Tausende Ostermarschierer fordern Frieden und Abrüstung

Mehr als 100 Aktionen für Frieden und Abrüstung zählte die Friedensbewegung bei den diesjährigen Ostermärschen bundesweit. Die Bundesregierung müsse stärker auf diplomatische Lösungen und Deeskalation setzen, lautet eine der Forderungen.

Frankfurt a.M., Bonn (epd). Bei den diesjährigen Ostermärschen in Deutschland haben Tausende Menschen für Frieden und Abrüstung demonstriert. Bundesweit fanden mehr als 100 Aktionen der Friedensbewegung statt, wie das Netzwerk Friedenskooperative am 1. April in Bonn mitteilte. „Die Ostermärsche haben ein deutliches Signal für Frieden, Diplomatie und Abrüstung Richtung Bundesregierung gesendet“, erklärte Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative.

An einer Abschlusskundgebung auf dem Römerberg in Frankfurt am Main nahmen nach Polizeiangaben rund 1.000 Menschen teil. Der Ostermarsch Rhein-Ruhr endete mit einer Kundgebung auf dem Hansaplatz in Dortmund, an der laut Polizei rund 600 Menschen teilnahmen. Nach Angaben der Infostelle Ostermarsch in Frankfurt am Main waren Kundgebungen auch in Hamburg, Dresden, Nürnberg und Mannheim geplant. Am Fliegerhorst in Büchel in der Eifel demonstrierten Friedensaktivisten für atomare Abrüstung.

Das verbindende Element stellte in diesem Jahr die Forderung an die Bundesregierung dar, sich verstärkt für Verhandlungen und Waffenruhen einzusetzen, um die Kriege in der Ukraine und in Gaza zu stoppen und dem Sterben und Töten ein Ende zu setzen, hieß es vom Netzwerk Friedenskooperative. Die Bundesregierung müsse viel stärker auf diplomatische Lösungen und Deeskalation setzen.

Zugleich forderte das Netzwerk Russland auf, die Kampfhandlungen in der Ukraine umgehend zu beenden. Der „einseitige Fokus auf Waffenlieferungen“ habe aber in den vergangenen zwei Jahren nicht dazu geführt, dass Russland sich verhandlungsbereiter zeigt. Die Ostermarschierer forderten außerdem atomare Abrüstung und kritisierten steigende Rüstungsausgaben.

Die Ostermärsche der Friedensbewegung haben eine jahrzehntealte Tradition. Ende der 60er Jahre sowie im Zuge der Debatte um den sogenannten Nato-„Doppelbeschluss“ und während der Golfkriege lag die Teilnehmerzahl bei mehreren hunderttausend. In den vergangenen Jahren beteiligten sich jeweils einige zehntausend Demonstranten an den Aktionen.

Pressemitteilung Netzwerk Friedenskooperative: http://u.epd.de/2yd5