Ostermärsche der Friedensbewegung zu Ende gegangen

Zehntausende Menschen in mehr als 120 Städten: Die Friedensbewegung zeigt sich zufrieden mit den diesjährigen Ostermärschen. Eine der größten Veranstaltungen fand mit 3.000 Teilnehmern in Frankfurt am Main statt.

Frankfurt a.M., Büchel (epd). Mit Aktionen in mehreren Städten sind am Ostermontag die diesjährigen Ostermärsche zu Ende gegangen. Das Netzwerk Friedenskooperative, das die regionalen Aktionen koordiniert, zeigte sich zufrieden. Er ginge von mehreren zehntausend Teilnehmern aus, sagte Sprecher Kristian Golla dem Evangelischen Pressedienst (epd) am 18. April. Eine genaue Zahl nannte er nicht. Nach Angaben des Netzwerks gab es in mehr als 120 Städten über die Ostertage Aktionen für Frieden und Abrüstung. Begleitet wurden die Ostermärsche in diesem Jahr von einer Debatte über die Haltung der Friedensbewegung zum Krieg in der Ukraine.

Die größte Kundgebung in Hessen mit nach Veranstalterangaben 3.000 Teilnehmern gab es in Frankfurt am Main. Die entschiedene Ablehnung von Waffenlieferungen an die Ukraine habe bei der Veranstaltung in Frankfurt breite Zustimmung gefunden, sagte Willi van Ooyen, Sprecher des Ostermarschbüros in Frankfurt am Main. Ebenso sei die Verurteilung des völkerrechtswidrigen Krieges Russlands gegen die Ukraine Konsens gewesen.

Weitere Forderungen der Ostermarschierer seien die Beendigung aller Auslandseinsätze der Bundeswehr und der Stopp aller Waffenexporte, sagte van Ooyen. Die Friedensbewegung sehe sich nach ihrer starken Präsenz zu Ostern auf einem guten Weg, bei den demnächst anstehenden Haushaltsberatungen im Bundestag verstärkt Druck auszuüben gegen die geplante Anhebung der Rüstungsausgaben in Richtung von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts sowie das geplante „Sondervermögen“ von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr.

Am Ostermarsch rund um den Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel haben am Ostermontag laut Polizei rund 320 Menschen teilgenommen. Das Motto lautete in diesem Jahr „Es ist kurz vor Zwölf!“, womit auf die Gefahren eines Atomkrieges angespielt wird. Am Fliegerhorst Büchel sollen die letzten US-amerikanischen Atomwaffen in Deutschland lagern.

Begleitet wurden die Ostermärsche von einer grundsätzlichen Debatte über den Wert des Pazifismus. Zum Höhepunkt der Aktionen am 16. April sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, für ihn sei „Pazifismus im Moment ein ferner Traum“. Der FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff nannte die Ostermarschierer im WDR-Radio gar „die fünfte Kolonne Putins“. Unterstützung erhielten die Ostermarschierer von der evangelischen Theologin Margot Käßmann und von der Linken.

Übersicht Ostermärsche: http://u.epd.de/25y2

Wortlaut des Lambsdorff-Interviews: http://u.epd.de/267t