Wiesbaden (epd).

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU) will eine Rückkehr zu Test- und Maskenpflicht an den Schulen so lange wie möglich vermeiden. In einer Regierungserklärung vor dem Wiesbadener Landtag nannte er es am 20. September „für uns alle eine große Erleichterung“, dass in den Schulen keine Masken mehr getragen werden müssen, Ganztags- und Sportunterricht wieder ohne Einschränkungen stattfinden und endlich wieder gesungen und musiziert werden dürfe. Lorz fügte hinzu: „Mein Ziel ist und bleibt, diese Normalität so lange aufrechtzuerhalten, wie dies epidemiologisch vertretbar ist“.

Daher bleibe es beim Präsenzunterricht ohne Maskenpflicht, aber mit der Möglichkeit, freiwillig Mund und Nase zu bedecken. Auch gebe es bis zu den Osterferien im kommenden Jahr freiwillige Angebote zu Corona-Tests zu Hause. Das neue Infektionsschutzgesetz des Bundes stellt die Entscheidung über die Masken- und Testpflicht an den Schulen den Länder anheim. Lorz machte deutlich, dass die Landesregierung auf absehbare Zeit nicht davon Gebrauch machen will.

„Zwei Krisenjahre liegen hinter uns; sie haben Spuren hinterlassen und Kraft gekostet“, sagte Lorz zur Begründung. Nach seiner Einschätzung haben Schulverwaltung, Lehrkräfte, Schüler und Eltern in Hessen diese zwei Jahre „gemeinsam gut gemeistert“. Ziel bleibe daher so viel Normalität wie möglich. Verschärfungen der Schutzmaßnahmen blieben aber das letzte Mittel, wenn andernfalls Schulen wieder geschlossen werden müssten.

In seiner Regierungserklärung hob der Kultusminister die Rekordzahl an neuen Lehrerstellen hervor und lobte auch die gelungene Integration der fast 13.000 ukrainischen Kinder und Jugendlichen ins hessische Schulsystem. Die Opposition warf Lorz dagegen massive Versäumnisse vor. Christoph Degen von der SPD sagte, der Minister wisse noch immer nicht, wieviel Unterricht ausfalle. Auch sei die Qualifikation der rund 6.000 Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf nicht bekannt. Zudem habe Lorz nichts zu den Heiz- und Stromkosten im Winter gesagt, mit den Problemen lasse er die Schulträger alleine.