Hessen lockert Corona-Verordnungen weiter

Wiesbaden (epd).

Die hessische Landesregierung lockert die Corona-Beschränkungen weiter. So entfällt ab 22. Juli die Testpflicht für nicht Geimpfte in der Innengastronomie, wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am 19. Juli in Wiesbaden bekanntgab. Zu den vom Corona-Kabinett beschlossenen Lockerungen gehört auch, dass zu Veranstaltungen sowohl im Freien als auch in geschlossenen Räumen wieder mehr Menschen zugelassen werden. So können Fußballspiele und andere große Sportveranstaltungen wieder bis zu 25.000 Zuschauer besuchen.

Bouffier und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) betonten aber, dass eine Reihe der jetzt aufgehobenen Corona-Beschränkungen wieder in Kraft tritt, wenn in der jeweiligen Kommune die Inzidenz über 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen steigt. Dann gilt auch wieder die Testpflicht in der Innengastronomie. Der betroffene Landkreis oder die kreisfreie Stadt muss dann eigene Verordnungen erlassen. Nur wenn ein Infektionsgeschehen eindeutig einem Ereignis zugeordnet und auch gezielt bekämpft werden kann, muss keine generelle Beschränkung im ganzen Kreis oder der ganzen Stadt wieder eingeführt werden. Im Landesdurchschnitt lag die Inzidenz am Montag bei 13,6, in Darmstadt aber mit 34,4 nur noch ganz knapp unter dem neuen Schwellenwert von 35.

Sowohl der Ministerpräsident als auch sein Stellvertreter nannten die Lockerungen aber verantwortbar, da die Inzidenzen trotz des langsamen Wiederanstiegs immer noch deutlich unter denen von Anfang des Jahres lägen. Hinzu komme, dass sich die Situation in den Krankenhäusern deutlich verbessert habe. In ganz Hessen liegen den Angaben zufolge derzeit 59 Menschen wegen Corona auf der Intensivstationen, davon seien 51 bestätigte Covid-19-Erkrankungen und acht Verdachtsfälle. Beatmet werden 35 dieser Patienten.

Bouffier und Al-Wazir riefen die Menschen aber erneut eindringlich auf, sich impfen zu lassen. An der Schließung der Impfzentren im September wollen sie aber festhalten, weil der Aufwand von 50 bis 60 Millionen Euro pro Monat dafür bei der sinkenden Inanspruchnahme nicht mehr zu rechtfertigen sei, wie Bouffier sagte, und die Impfungen auch von Haus- und Betriebsärzten sowie mobilen Impfzentren bewältigt werden könnten. Außerdem appellierten sie an Urlauber, sich nach Rückkehr aus den Ferien testen zu lassen, wie es auch in den Schulen vorgesehen ist.

Die neue Corona-Verordnung, die am 22. Juli in Kraft tritt und am 19. August ausläuft, sieht im einzelnen vor: Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind bis 750 (bisher 250) Besucher genehmigungsfrei, im Freien bis zu 1.500 (bisher 500) Teilnehmern. Bei Veranstaltungen bis 100 Menschen entfällt die Testpflicht auch in Innenräumen. Bei Volksfesten müssen die Kontaktdaten nur noch im Gastronomiebereich erfasst werden.

Für touristische Übernachtungen genügt künftig ein aktueller negativer Corona-Test bei der Anreise. In der Innengastronomie sowie in Bibliotheken und Archiven gilt die Maskenpflicht nur noch bis zum Sitzplatz. Tanzveranstaltungen sind weiter nur draußen zulässig. In Sportstadien ist ab 5.000 Personen eine 50-prozentige Auslastung erlaubt, maximal aber 25.000 Menschen.