Virtuelle Plattform ehrt documenta-Leiter Enwezor

Kassel (epd)

Das documenta-Archiv in Kassel eröffnet am 28. April die virtuelle "Platform6" der Documenta 11. Sie verstehe sich als Hommage an den 2019 in München verstorbenen künstlerischen Leiter dieser Ausstellung aus dem Jahr 2002, Okwui Ewezor, teilte das Archiv am 26. April mit. Als offenes, wachsendes Projekt gehe die Web-Plattform (www.documenta-platform6.de) der aktuellen Relevanz damaliger Fragen nach. Im Fokus stünden Wahrheitsdiskurse, Globalisierung, Formen von Kollektivität und Solidarität.

Die Plattform versammelt den Angaben zufolge Materialien aus dem documenta-Archiv, darunter Katalogbeiträge, Texte, Videos und Fotos, sowie neue Beiträge von Kuratoren, Künstlern und Wegbegleitern Enwezors. Auch die Öffentlichkeit sei eingeladen, die Diskussionen und ihre Ergebnisse virtuell zu verfolgen und sich zu beteiligen.

Laut Mitteilung hatten Enwezors Ko-Kuratoren bereits 2011 eine solche Plattform in Erwägung gezogen. Kurz vor seinem Tod sei auch er mit diesem Gedanken nach Kassel gekommen. "Platform6" schließe an die vier internationalen Diskussionsforen im Vorfeld der Documenta 11, unter anderem in Neu-Delhi und Johannesburg, und die Ausstellung selbst als fünfte Plattform an.

Der 1963 in Nigeria geborene Enwezor arbeitete als Kurator, Autor, Kunstkritiker und Hochschullehrer. Zuletzt war er von 2011 bis 2018 Direktor des Hauses der Kunst in München. Die Weltausstellung zeitgenössischer Kunst "documenta" ist seit 1955 alle fünf Jahre in Kassel zu sehen. Die "documenta fifteen" findet vom 8. Juni bis zum 25. September 2022 statt.

www.documenta-platform6.de

www.documenta-archiv.de