Skulptur vor Frankfurter Jüdischem Museum eingeweiht

Frankfurt a.M. (epd)

Auf dem Vorplatz des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main ist am 18. September eine Skulptur des israelischen Künstlers Ariel Schlesinger (39) eingeweiht worden. Die elf Meter hohe und 1,8 Tonnen schwere Skulptur mit dem Titel "Untitled" sei "beinahe organisch eingefügt in das Ensemble des Museums mit dem historischen Rothschildpalais aus dem 19. Jahrhundert und dem Neubau von 'Staab Architekten', der 2020 eröffnet wird", sagte die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).

Die Skulptur bestehe aus zwei in Aluminium gegossenen Bäumen mit einem Edelstahlkern, von denen einer im Boden verpflanzt ist, sagte Hartwig. Der andere scheine sich kopfüber an den Ästen des unteren zu halten und strecke seine Wurzeln gegen den Himmel. Inspiriert worden sei Schlesinger einerseits von der Geschichte der Frankfurter Juden, sagte Hartwig: Dem Gefühl gleichzeitiger Verbundenheit und Entwurzelung.

Zugleich gehe die Idee auf verschiedene jüdische Quellen zurück, etwa den kabbalistischen Lebensbaum, der die göttliche Schöpfung widerspiegelt, und die hebräische Bibel, wo im Buch Hesekiel die besondere Verbindung von Gott zum Volk Israel mit der Metaphorik des Baums beschrieben werde. Dort heißt es: "Ich lasse den grünenden Baum verdorren, den verdorrten Baum lasse ich erblühen" (17,24).

Er habe für den Lichthof des Museums mit den ineinander verschränkten Bäumen etwas Lebendiges schaffen wollen, das aber auch "die Zerstörung und das Trauma" in sich trage, erläuterte Schlesinger. Außerdem habe er mit der Doppelstruktur ausdrücken wollen, dass alles Leben auf Beziehung angelegt sei, in "angenehmer oder spannungsgeladener Weise".

Das Kunstwerk sei die erste Arbeit von Ariel Schlesinger im öffentlichen Raum, sagte die Direktorin des Jüdischen Museums, Mirjam Wenzel. Sie hoffe, dass die Skulptur zum neuen Wahrzeichen des Museums werde. Ermöglicht worden sei das Kunstwerk durch eine Spende der Familie und des Bankhauses Rothschild sowie des Unternehmers Klaus Mangold in Höhe von 350.000 Euro.

Internet: www.juedischesmuseum.de