"Rufmord" gewinnt Preis des Fernsehkrimi-Festivals

Wiesbaden (epd)

Das Cybermobbing-Drama "Rufmord" hat den diesjährigen Deutschen Fernsehkrimi-Preis gewonnen. Der Film um die von Rosalie Thomass dargestellte kompromisslose und selbstbewusste junge Lehrerin Luisa Jobst wurde am 15. März auf dem Fernsehkrimi-Festival in Wiesbaden als beste der zehn Produktionen im Wettbewerb ausgezeichnet. Den Preis als bester Darsteller erhielt Ulrich Tukur für die Hauptrolle in dem Tatort "Murot und das Murmeltier" des Hessischen Rundfunks, bei dem der LKA-Ermittler in einer Zeitschleife in immer neue Variationen derselben Geiselnahme gerät.

In dem als bester Film geehrten Beitrag von ZDF und Arte "Rufmord" habe nahezu jede Person einen Ruf zu verlieren und halte deshalb auch gegen besseres Wissen daran fest, schrieb die Jury. Regie in dem Krimi führte Viviane Andereggen, das Drehbuch stammt von Claudia Kaufmann und Britta Stöckle. "Jeden und jede von uns könnte es treffen, nicht nur als Opfer, sondern auch als Täter oder Täterin", hieß es weiter in der Begründung der Jury. Der in "Rufmord" dargestellte Mikrokosmos sei insofern "ein Abbild unserer Gesellschaft, die ausgeübte digitale Gewalt letztlich nur eine Variation archaischer Rachemotive". Das Filmteam erhält als Preis wie beim Fernsehkrimi-Festival üblich 1.000 Liter Wein. Die Publikumsjury des "Wiesbadener Kuriers" entschied sich ebenfalls für "Rufmord".

Mit einem Sonderpreis für Regie zeichnete die Jury Julia von Heinz für ihren "sensiblen und gleichzeitig schonungslos radikalen" Umgang mit dem Thema Kindesmissbrauch und Kindesentzug in dem Tatort "Für immer und dich" des Südwestrundfunks aus. Der Regisseurin sei ein Ausnahme-Tatort gelungen, hieß es. "Hier wird eine Geschichte wirklich ausgelotet, und es wird nicht weggeschwenkt, wenn es ans Eingemachte geht. Das ist mutig und wahrhaftig und absolut preiswürdig", erklärte die Jury weiter zu dem Krimi, der am 10. März in der ARD ausgestrahlt wurde.

Mit dem Preis "Beste Darstellerin" wurde Katrin Wichmann für ihre Rolle im NDR-Tatort "Borowski und das Glück der Anderen" ausgezeichnet. Dabei geht es um die Tragik einer Supermarkt-Kassiererin, die mit ihrem Neid auf die Nachbarn und deren vermeintliches Lottoglück beginnt. Der Preis für "Deutschlands spannendsten FernsehKrimi-Drehbuchnachwuchs" ging an Dion Schumann für sein Drehbuch-Exposé zu "Der Apfelgriebschmann". Zur Verleihung der Preise am Freitagabend im Wiesbadener Filmtheater "Caligari" wurden unter anderen Ulrich Tukur und Julia von Heinz erwartet.

Internet: www.fernsehkrimifestival.de