Rheinland-pfälzischer Kultursommer blickt vier Jahre lang nach Europa

Mainz (epd)

Der rheinland-pfälzische Kultursommer wird in den kommenden vier Jahren die verschiedenen Regionen Europas in den Mittelpunkt rücken. Während der Sommermonate 2020 sollen die Kultursommerprojekte sich verstärkt mit Skandinavien und den baltischen Staaten befassen und unter dem Motto "Kompass Europa: Nordlichter" stehen. "Wir werden in den Folgejahren weiterwandern", gab Kulturminister Konrad Wolf (SPD) am 4. November in Mainz bekannt. Zwischen 2021 und 2023 werde der Fokus nacheinander auf Osteuropa, Südeuropa und schließlich auf den westeuropäischen Nachbarstaaten liegen.

Bereits jetzt sei absehbar, dass überraschend viele Kulturinitiativen das Nordeuropa-Motto aufgreifen wollen, berichtete Kultursommer-Geschäftsführer Jürgen Hardeck. So werden die Jazzfestivals "Palatia Jazz" und "Bingen swingt" stark auf Künstler aus Skandinavien setzen. Das Weltmusikfestival "Horizonte" in Koblenz wolle einen Schwerpunkt auf Finnland legen. In Landau sei eine Ausstellung mit Keramikkunst Nordeuropa geplant. Auch an der Kultursommer-Eröffnung vom 8. bis zum 10. Mai in Zweibrücken sollen Künstler aus allen Staaten Skandinaviens sowie aus Estland, Lettland und Litauen teilnehmen.

Nach dem Ende der diesjährigen Kultursommerveranstaltungen zogen Wolf und Hardeck ein positives Fazit. Dank des Kultursommers werde Rheinland-Pfalz zunehmend auch überregional als Region mit herausragenden Kulturveranstaltungen wahrgenommen, sagte der Minister. Festivals wie die Nibelungenfestspiele in Worms seien zum Medienereignis geworden. Das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen habe mit 120.000 Gästen einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Neben etablierten Veranstaltungsreihen habe es auch erfolgreiche Premieren gegeben, etwa das Heimatfilm-Festival in Simmern. Auch das erste Landeschorfest in Mainz sei auf eine große Resonanz gestoßen.

Nach Schätzungen des Landes haben die vielfältigen Angebote des unter das Motto "heimat/en" gestellten Kultursommers 2019 insgesamt rund 700.000 Besucher angezogen. Kultursommer-Chef Hardeck räumte ein, dass vor allem die Großveranstaltungen ein immer größeren Publikum angezogen hätten, während manche kleineren Projekte nicht auf das erhoffte Interesse gestoßen seien. Seit einigen Jahren sei bei den Kulturinteressierten im Land eine Tendenz hin "zu den ganz großen Events" festzustellen.

Wie das komplette Kultursommerprogramm für 2020 aussehen wird und welche der rund 250 Projektanträge vom Land gefördert werden, entscheidet sich erst in den kommenden Monaten. Das Land fördert die Kultursommer-Projekte mit insgesamt vier Millionen Euro.

Internet: www.kultursommer.de