Neue Ausstellung im Kasseler Hugenottenhaus

Kassel (epd)

Im Kasseler Hugenottenhaus ist seit 17. Juli eine Ausstellung von 15 lokalen und nationalen Künstlern zu sehen. In der mit "Bewegte Zimmer" bezeichneten Schau werde es auch die Möglichkeit geben, an verschiedenen Workshops teilzunehmen, sagte der Künstler und Mitarbeiter des Projekts, Stephan von Borstel, dem Evangelischen Pressedienst (epd). So beschäftige sich etwa der Kasseler Künstler Lutz Freyer in zwei Arbeiten mit dem Thema Geldwäsche, zu dem auch ein Workshop angeboten werde.

Aufgrund der Corona-Pandemie sei die Besucherzahl in den rund 25 bespielten Zimmern, die teilweise sehr klein sind, auf 50 begrenzt, erläuterte von Borstel. Auch die Workshops könnten maximal fünf Teilnehmer aufnehmen. Angeregt durch die erstmals Mitte März beschlossenen Kontakteinschränkungen sei der vollkommen verwilderte Garten des Hauses, auf dem früher ein Französisches Hospital und Armenhaus stand, freigeräumt und in eine "Kunstzone" verwandelt worden. Dabei wurden Fundstücke wie etwa alte Wasserleitungsrohre oder weggeworfene Flaschen in die Gestaltung mit aufgenommen, es gibt auch mehrere Sitzgelegenheiten.

Ebenfalls wird täglich außer montags von 17 bis 23 Uhr die Bar "Perle 2" geöffnet sein, die in einem ehemaligen Ballsaal eingerichtet wurde, der zu einem angrenzenden Hotel gehörte. Entworfen hatte den Saal der Architekt Paul Bode, Bruder des documenta-Gründers Arnold Bode. Die Ausstellung selbst ist nur an den Wochenenden geöffnet.

Das Hugenottenhaus wurde 1826 errichtet und war Teil der Kasseler Oberneustadt, in der sich französische Glaubensflüchtlinge niederließen. Seit den 1970er Jahren stand das Baudenkmal überwiegend leer. 2002 war es ein Standort der documenta 13. Der Chicagoer Künstler Theaster Gates hatte hier Arbeiter und Künstler versammelt, um die historische Stätte zu renovieren und zu bespielen. Im vergangenen Jahr wurde das Haus von der 5-Fenster GmbH & Co KG erworben. Eine erste Ausstellung mit 50 Künstlern, darunter Gregor Schneider, Thomas Schütte oder Norbert Radermacher, zog zahlreiche Besucher an.

www.hugenottenhaus.de