Frankfurter Buchmesse richtet sich neu aus

Frankfurt a.M. (epd)

Die Frankfurter Buchmesse stellt sich für die Zukunft neu auf. Sie werde zwar weiter eine Präsenzmesse bleiben, sagte der Direktor Juergen Boos am 13. November. Zugleich müsse sie sich alternativen Vermarktungs- und Dialog-Formaten öffnen. Für 2021 gehe die Buchmesse weiterhin von einer Präsenzveranstaltung in den Messehallen aus. Die Verlage könnten in Kürze ihre Stände buchen. Zugleich liefen aber bereits die Planungen für ein erweitertes virtuelles Programm, für den Fall, dass die Corona-Pandemie eine Präsenzmesse erneut nicht zulasse.

Die Frankfurter Buchmesse gilt als weltweit wichtigster Branchentreffpunkt für Verlage, Buchhandel, Autoren, Agenten, Journalisten, Dienstleister und Privatpersonen. Sie musste in diesem Jahr infolge der Corona-Pandemie ganz auf Standpräsentationen verzichten. Alle Präsenzveranstaltungen auf dem Messegelände wurden abgesagt. Stattdessen gab es ein multimediales Alternativprogramm, das alleine auf der Internetseite www.buchmesse.de von rund 200.000 Menschen genutzt wurde.

"Das Angebot und die Veranstaltungen der Buchmesse werden künftig zunehmend durch digitale und virtuelle Formate ergänzt werden", sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. "Die in diesem Jahr gewonnenen wertvollen Erfahrungen werden in das künftige Konzept der Frankfurter Buchmesse einfließen."

Die Messe habe sich in ihrer über 70-jährigen Geschichte stets frühzeitig neuen Entwicklungen gegenüber geöffnet und ihr Konzept laufend modernisiert, sagte die Vorsteherin des Börsenvereins, Karin Schmidt-Friderichs. Sie werde ihrem "Markenkern als führender internationaler Marktplatz für erzählte Geschichten und Ideen" auch in Zukunft treu bleiben.

Parallel zur Modernisierung ihres Konzepts habe die Buchmesse damit begonnen, ihre Betriebsgesellschaft neu zu strukturieren, ergänzte Direktor Boos. Infolge der coronabedingten Einnahmeausfälle in diesem Jahr und der unsicheren Planungsperspektive würden die zur Verfügung stehenden Sanierungswege geprüft. Es stehe bereits fest, dass Abteilungen zusammengelegt würden. Damit werde auch ein Stellenabbau einhergehen.

www.buchmesse.de