Frankfurter Bibelhaus zeigt Ausstellung zur Geschlechtervielfalt

Frankfurt a.M. (epd).

Unter dem Titel „G* tt w/m/d - Geschlechtervielfalt seit biblischen Zeiten“ zeigt das Frankfurter Bibelhaus-Erlebnismuseum ab 23. Juni eine Sonderausstellung. Bis zum 19. Dezember sind dort archäologische Funde, theologische und philosophische Aufzeichnungen sowie Interviews und multimediale Elemente zu sehen, die sich mit Geschlechterrollen befassen, wie das Bibelhaus am 22. Juni mitteilte. Mit insgesamt 80 Exponaten geht die Ausstellung dabei unter anderem der Frage nach dem Geschlecht Gottes nach.

„Die Genderfrage ist nichts neues, sondern ein Blick in die Bibel offenbart, dass bereits dort Geschlechtervielfalt zu finden ist“, erklärte Museumsdirektor Veit Dinkelaker. Der Bibel zufolge habe Gott den Menschen nicht als „Mann“ und „Frau“ geschaffen, wie es etwa in der Lutherbibel zu lesen ist, sondern als „männlich“ und „weiblich“, was vielfältige Schattierungen und Spielräume zulasse. Antike Vorstellungen von einem androgynen Adam, der männliche wie auch weibliche Geschlechtsmerkmale in sich vereint, seien auch im Judentum und Islam bis hin zu christlichen Hermaphroditen in der Buchkunst zu finden und in der Ausstellung zu sehen.

„Binäre Geschlechterrollen sind ein Konstrukt der letzten 100 Jahre“, sagte Dinkelaker. Es sei zudem eine große biblische Vision, dass alle ethnischen, religiösen und auch geschlechtlichen Unterschiede aufgehoben sein werden. Die Ausstellung wolle dabei den Blick auch auf die Vielfalt der Geschlechtlichkeit in der Gegenwart lenken, etwa mit der Holzskulptur „Conchita Wurst auf der Mondsichel“ vom Salzburger Künstler Gerhard Goder. Die Ausstellung ist auch als interaktive Version online zu sehen unter www.gott-mwd.de.

www.bibelhaus-frankfurt.de

www.gott-mwd.de