Festival "Africa Alive" mit Schwerpunkt Sudan

Frankfurt a.M. (epd)

Das 26. Festival "Africa Alive" in Frankfurt am Main gibt vom 26. Januar bis 8. März einen Einblick in afrikanisches Filmschaffen, Literatur, Bildende Kunst und Musik. Im Mittelpunkt stehe die Republik Sudan, wo Diktator Omar al-Baschir im Frühjahr 2019 gestürzt worden war, teilten die Veranstalter am 24. Januar mit. Begleitet werden die Kulturveranstaltungen von einer Podiumsdiskussion über die politische und soziale Lage in dem ostafrikanischen Land und einem Programm für Kinder. Veranstaltungsorte sind das Deutsche Filmmuseum, das Filmforum Höchst, die Afroton-Filmprojekte, das katholische Haus am Dom, das soziokulturelle Zentrum Brotfabrik, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten und die Volkshochschule.

Eröffnet wird das Festival an diesem Sonntag mit einem Konzert der kongolesischen Sängerin Gasandji in der Brotfabrik. Der Eröffnungsfilm "La Miséricorde de la jungle" von Joel Karekezi (Ruanda, Belgien, Frankreich 2018) handelt von zwei ruandischen Soldaten, die während des Zweiten Kongokrieges 1998 von ihrem Bataillon abgeschnitten werden. Ohne Vorräte finden sie sich in der Unüberschaubarkeit und Unwirtlichkeit des Dschungels wieder, wo sie von traumatischen Erinnerungen heimgesucht werden.

Gezeigt werden unter anderem auch die Spielfilme "Moi et mon Blanc" von Pierre Yameogo (Burkina Faso, Frankreich, Schweiz, 2003), "Kekete Train" von Peter Sedufia, (Ghana 2017) und "You will die at twenty" von Amjad Abul Alala (Sudan, Frankreich, Ägypten, Deutschland, Norwegen, Katar 2019). Zu sehen sind auch die Dokumentarfilme "143 Sahara Street" von Hassen Ferhani (Algerien, Frankreich, Katar 2019), "Talking about Trees" von Suhaib Gasmelbari (Frankreich, Sudan, Deutschland, Tschad, Katar 2019) und "Congo Calling" von Stephan Hilpert (Deutschland 2019).

An der Podiumsdiskussion am 2. Februar im Haus am Dom zum Thema "Wohin geht der Sudan?" nehmen unter anderen die Journalistin und Autorin Sabah Sanhouri, der Autor Abdelaziz Baraka Sakin, der Kurator und Festivalleiter Talal Afifi und die Journalistin und Dokumentarfilmerin Hind Meddeb teil. Nach dem Sturz al-Bashirs erlebe der Sudan derzeit eine Öffnung, so die Veranstalter. Auch sehr viele Frauen ergriffen öffentlich das Wort für Demokratie und Menschenrechte.

Am 5. Februar berichten Sanhouri und Meddeb in der Volkshochschule über ihre Projekte und sprechen darüber, was sudanesische Jugendliche in ihrer Heimat und im Exil bewegt. Das Programm für Kinder besteht aus der Aufführung des Films "Wallay" von Berni Goldblat (Frankreich, Burkina Faso 2017) am 2. Februar und dem Musiktheater "Tifi und Abu im Dschungel" (9. Februar).

"Africa Alive" ist eine Kooperation von Frankfurter Kultureinrichtungen und afrikanischen Vereinen. Zu den Veranstaltern gehören das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum, das Filmforum Höchst der Volkshochschule Frankfurt, die Vereine Afrika Foundation und Dialog International. Gefördert wird das Festival unter anderem von der "HessenFilm und Medien GmbH". Das Festival wurde 1994 mit dem Anliegen gegründet, "dem negativen Image Afrikas ein realistisches Bild entgegenzusetzen". Es wird durch Sponsorengeld finanziert.

Internet: www.africa-alive-festival.de