Die Mathildenhöhe Darmstadt lässt Architektur und Design der Künstlerkolonie Darmstadt in einen Dialog zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart treten. Gemeinsam sind pionierhafte Entwürfe.
Darmstadt (epd). Das Institut Mathildenhöhe in Darmstadt widmet dem 125-Jahr-Jubiläum der ersten Ausstellung der Künstlerkolonie Darmstadt die Ausstellung „A Step Ahead (Einen Schritt voraus)“. Die Schau gehe der damals wie heute aktuellen Frage nach, wie Design, Architektur und Kunst auf gesellschaftliche Entwicklungen eingehen und diese prägen können, sagte Direktor Philipp Gutbrod am 2. Juni bei der Eröffnung. Damals wie heute habe es eine Lust zur Entwicklung neuer Materialien und die Frage nach der Art des guten Wohnens gegeben. Die Schau ist vom 6. Juni bis 31. Januar 2027 zu sehen.
Die Ausstellung ist in den vier Hallen gegliedert nach den Ausstellungen von 1901, 1904, 1908 und 1914. Zu den Objekten der Künstlerkolonie gehören das Jugendstil-Mobiliar von Patriz Huber, gestickte und gestempelte Leinentücher oder ein von Albin Müller gestaltetes Harmonium; dazu zieren historische Fotografien die Saalwände. Videos mit 3-D-Visualisierungen der historischen Mathildenhöhe führen das architektonische Schaffen der Jugendstil-Künstler vor Augen. Den historischen Exponaten sind in jedem Saal zeitgenössische Produkte gegenübergestellt.
Bio-Textilien und barrierefreie Küche
Zu den neuen Exponaten gehören Bio-Textilien in papierähnlicher Struktur, aus recycelten Textilfasern hergestellt, oder eine Tischlampe aus kartonartigem Material, das aus Insektenhäuten gewonnen wird. Eine Küche demonstriert Barrierefreiheit, etwa mit höhenverstellbaren Arbeitsflächen. Einzelne interaktive Stationen ergänzen die Schau. So lässt sich eine saalhohe digitale Visualisierung des Hochzeitsturms anhand eines Steuerpults in Gestalt und Farbe verändern. Ein mit einer Kamera bestücktes Ausstellungsplakat analysiert die betrachtende Person und eine KI-Software formuliert den Werbetext dazu.
Auch wenn die Lust an neuen Entwürfen und Materialien sich ähnele, die Zeiten unterschieden sich auch, ergänzte Direktor Gutbrod: Vor 125 Jahren habe das Genie des einzelnen Künstlers im Vordergrund gestanden, heute sei es das Zusammenwirken unterschiedlicher Fachrichtungen.
„Welterbefest“: https://s.epd.de/3v0z
Internet: www.mathildenhoehe.de , Ausstellung: https://s.epd.de/3v0q