Arnold-Bode-Preis 2021 geht nach Kuba

Kassel (epd)

Der Arnold-Bode-Preis 2021 der Stadt Kassel geht an das kubanische Künstlerkollektiv "Instituto de Artivismo Hannah Ahrendt" (Instar) und dessen Gründerin Tania Bruguera. Sie setzten sich in besonderer Weise für demokratische Transformationsprozesse ein, teilte die Arnold-Bode-Stiftung am 29. März zur Begründung mit. Ihr Engagement für gerechtes und rechtssicheres Miteinander sei "einer der relevantesten (Kunst)-Diskurse unserer Zeit". Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro werde in diesem Jahr zu gleichen Teilen von der Kasseler Sparkasse und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen finanziert. Der Termin der Verleihung stehe noch nicht fest.

Nach den Worten von Heiner Georgsdorf, Vorsitzender des Kuratoriums der Bode-Stiftung, signalisiert die Preisvergabe zum einen, "dass die nächste Weltkunstausstellung documenta in verstärktem Maße von künstlerischen Kollektiven ausgerichtet werden wird". Zum anderen werde mit Tania Bruguera eine Künstlerin ausgezeichnet, "die als politisch engagierte Installations- und Performancekünstlerin weltweit bekannt ist".

Die 1968 geborene Bruguera hatte Instar 2015 gegründet, um den Aufbau einer Demokratie in Kuba zu unterstützen. Nach dem Tod Fidel Castros 2016 engagierte sie sich in Aktionen und Projekten, die Kuba auf "friedliche und besonnene Weise" aus dem Totalitarismus herausführen sollten. Die Hoffnung auf einen Kubanischen Frühling erfüllte sich aber nicht. Im Gegenteil: Bruguera musste wiederholt ins Gefängnis und wurde und wird immer wieder unter Hausarrest gestellt.

Instar und Bruguera werden nach Angaben der Bode-Stiftung an der "documenta fifteen" vom 8. Juni bis zum 25. September 2022 in Kassel teilnehmen. Die mit dem Preis verbundene Anerkennung für ihre riskante Arbeit könne "als motivierender Impuls für die Künstlerinnen und Künstler nicht hoch genug eingeschätzt werden". Bruguera zufolge ist er außerdem "a huge protection" - ein riesiger Schutz. Die Instar-Gründerin hatte bereits auf der documenta 11 im Jahr 2002 ausgestellt.

Der Arnold-Bode-Preis der documenta-Stadt Kassel wird seit 1980 an Künstler in Anerkennung ihrer herausragenden Leistungen für die Kunst der Gegenwart verliehen. Er ist nach dem documenta-Gründer Arnold Bode (1900-1977) benannt und wird durch die ebenfalls nach ihm benannte Stiftung vergeben. Seit 1987 wird er alle zwei Jahre verliehen. Zuletzt wurde 2019 der Kölner Konzeptkünstler Hans Haacke ausgezeichnet.

Pressemitteilung Bode-Preis: http://u.epd.de/1t9j