Rheinische Kirche: Drei Kandidaten für Nachfolge von Präses Rekowski

Synode entscheidet über weitere Spitzenämter
Düsseldorf, Frankfurt a.M. (epd)

Wechsel an der Spitze der Evangelischen Kirche im Rheinland: Um die Nachfolge von Präses Manfred Rekowski bewerben sich zwei Männer und eine Frau. Kandidaten für das Amt des leitenden Theologen sind der Leiter der Evangelischen Akademie Frankfurt, Thorsten Latzel (50), die Superintendentin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein, Almut van Niekerk (53), und der aus Bayern stammende Theologieprofessor Reiner Knieling (57). Die Entscheidung trifft im Januar das rheinische Kirchenparlament, die Landessynode. Sie tagt coronabedingt nicht am traditionellen Tagungsort Bad Neuenahr, sondern in Düsseldorf sowie als Videokonferenz, und entscheidet auch über weitere Spitzenämter.

Für acht Jahre wählt die Synode bei ihrer Tagung vom 11. bis 15. Januar einen neuen Präses, der die zweitgrößte deutsche Landeskirche künftig in der Öffentlichkeit vertritt und den Vorsitz in Landessynode und Kirchenleitung ausübt. Der 62-jährige Rekowski, auch Vorsitzender der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), geht nach achtjähriger Amtszeit im März in den Ruhestand. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat 2,45 Millionen Mitglieder und erstreckt sich auf Teile von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Hessen.

Thorsten Latzel, seit 2013 Direktor der Evangelischen Akademie in Frankfurt am Main, war zuvor ab 2005 im Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover Referent für Struktur- und Planungsfragen und leitete das Projektbüro des Reformprozesses "Kirche im Aufbruch". Von 2000 bis 2005 arbeitete er als Vikar in der Gemeinde Rodenbach, im Anschluss als Pfarrer in der Gemeinde Erlensee-Langendiebach, beide bei Hanau. Der promovierte Theologe ist auch Mitglied der EKD-Bildungskammer. Latzel, im hessischen Biedenkopf geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder.

Almut van Niekerk, seit 2016 oberste Theologin des Kirchenkreises An Sieg und Rhein und seit Januar nebenamtliches Mitglied der Kirchenleitung, könnte nach acht Männern die erste Frau an der Spitze der rheinischen Landeskirche werden. Die verheiratete Mutter von zwei Kindern gehört dem Ständigen Innerkirchlichen Ausschuss sowie weiteren landeskirchlichen Gremien und Arbeitsgruppen an.

Reiner Knieling leitet seit 2011 das Gemeindekolleg der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) in Neudietendorf bei Erfurt. Er ist zudem außerplanmäßiger Professor für Praktische Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel. In Wuppertal war der verheiratete Vater von drei Kindern zuvor 16 Jahre lang Dozent an der Evangelistenschule Johanneum.

Für acht Jahre neu gewählt wird im Januar auch ein Teil der Kirchenleitung, dabei wird insbesondere über die Besetzung der Abteilungsleitungen für Erziehung und Bildung sowie Finanzen und Diakonie entschieden. Für den Bildungsbereich kandidieren die Amtsinhaberin, die Oberkirchenrätin und frühere Düsseldorfer Superintendentin Henrike Tetz (57), und der Theologe Marco Sorg (53), Dozent am Pädagogischen Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Für die Leitung des Bereichs Finanzen und Diakonie wurden ebenfalls zwei Kandidaten nominiert: der Amtsinhaber, Oberkirchenrat Bernd Baucks (58), und Volker Leimert (53), der in der Abteilung Risikomanagement bei der Evangelischen Zusatzversorgungskasse (EZVK) in Darmstadt tätig ist. Darüber hinaus wählt die Landessynode bei ihrer Tagung mehrere nebenamtliche Mitglieder der 15-köpfigen Kirchenleitung - das wichtigste Gremium nach der Synode. Tagen will das Kirchenparlament an zwei Tagen mit Anwesenheit in Düsseldorf sowie an drei Tagen per Videokonferenz.

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