Ab Juli sollen Touristen für einen Besuch im Kölner Dom zwölf Euro Eintritt zahlen. Die größten Kirchen in Hessen und Rheinland-Pfalz werden dem Beispiel vorerst nicht folgen, auch wenn das Geld mancherorts knapp ist.
Speyer, Mainz, Frankfurt a.M. (epd). In den bedeutendsten Kirchen in Hessen und Rheinland-Pfalz gibt es aktuell keine Pläne, nach dem Vorbild des Kölner Doms Eintrittsgeld von Besuchern zu verlangen. So teilte der Speyerer Domdekan Georg Müller dem Evangelischen Pressedienst (epd) am 2. Juni mit, das Domkapitel sei zwar mit knapper werdenden Finanzmitteln konfrontiert, es gebe aber keine konkreten Überlegungen, für den gesamten Dom Eintritt zu verlangen. Bereits seit vielen Jahren sind zwei Bereiche der zum Unesco-Welterbe zählenden Kathedrale eintrittspflichtig - die Krypta mit den Kaisergräbern sowie der Kaisersaal mit Zugang zum Südwestturm.
Die für den Frankfurter Kaiserdom Verantwortlichen würden bislang ebenfalls nicht über Eintrittskarten nachdenken, erklärte Dompfarrer Johannes zu Eltz. Aktuell profitiere die bedeutendste Kirche der Bankenmetropole von einer rechtlichen Besonderheit: Ebenso wie sieben weitere Kirchbauten im Frankfurt Zentrum gehört der Dom rechtlich der Stadt, die für den Bauerhalt zuständig ist.
Fehlendes Personal, zu hohe Kosten
Im Fuldaer Dom sind Eintrittsgelder auf absehbare Zeit auch nicht vorgesehen. „Das zuständige Domkapitel wird die Entwicklungen und Erfahrungen in Köln im Rahmen seiner Verantwortung für den Fuldaer Dom weiterhin aufmerksam verfolgen und fachlich einordnen“, teilte das Katholische Bistum auf Nachfrage mit.
Die Einführung von Eintrittsgeldern könne grundsätzlich nur nach einem umfangreichen Vorbereitungsprozess starten, erklärte der Mainzer Domdekan Henning Priesel: „Das hat das Mainzer Domkapitel aktuell weder in den Blick genommen, noch ist es seitens des Gebäudes und der technischen wie personellen Ausstattung her absehbar zu realisieren.“
Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt Priesels Wormser Amtskollege Tobias Schäfer. Gegen Eintrittstickets spräche nicht nur die Überzeugung, dass der Wormser Kaiserdom kein Museum sei, sondern auch, dass Verkauf und Kontrolle von Eintrittskarten mit zu hohen Kosten verbunden wären.