Die Gewaltspirale durchbrechen und auf den Weg der Liebe begeben

Die christlichen Kirchen in Hessen und Rheinland-Pfalz haben zu Ostern ihre Solidarität mit den Menschen in der Ukraine bekundet. Trotz aller Gewalt dürfe die Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit nicht aufgegeben werden, erklärten sie.

Frankfurt a.M., Mainz (epd). Im ZDF-Fernsehgottesdienst am Ostersonntag hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung den russischen Machthabern das Recht abgesprochen, in den traditionellen Osterjubel „Christus ist auferstanden“ einzustimmen. Die Ostergeschichte mit der Botschaft von der Auferstehung Christi sei die „große Botschaft vom Leben“, sagte er in Ingelheim am Rhein. Dennoch behalte der Tod oft eine „entsetzliche Macht“. Dies werde gegenwärtig besonders im Krieg in der Ukraine deutlich. Dort geschehe „entsetzliches Unrecht“.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, bestärkte am Ostersonntag die Hoffnung auf positive Veränderung. Österlich hoffen bedeute, „uns hier und jetzt bereits weit in die Zukunft auszustrecken“, sagte Bätzing laut Mitteilung in seiner Predigt im Limburger Dom. „Unsere Welt ist nicht nur schön und gut. Und wir sind nicht unschuldig daran“, sagte er mit Blick auf Kriege und die Klimakrise.

Das Bild vom leeren Grab an Ostern ist nach Ansicht der Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Beate Hofmann, „das zentrale Gegenbild zu den Massengräbern von Butscha“. Es wecke Hoffnung, die Eigendynamik des Krieges zu durchbrechen und schenke Kraft, nicht in Feindbildern zu denken, sagte die Bischöfin in ihrer am Gründonnerstag in Kassel verbreiteten Osterbotschaft.

Die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst betonte in ihrer Predigt am Ostersonntag in Speyer die Kraft der Liebe. Wer sich auf den Weg der Liebe begebe, der wähle das Leben und überwinde die Grenzen des Todes. Der auferstandene Jesus Christus habe die Macht des Todes gebrochen und den Weg zum Leben freigemacht.

Der katholische Fuldaer Bischof Michael Gerber rief zur Solidarität mit den Geflüchteten aus der Ukraine auf. In seiner Predigt am Ostersonntag im Hohen Dom zu Fulda verwies er auf die schrecklichen Kriegsbilder und betonte: „Das Licht von Ostern ist stärker als die Dunkelheit, der Tod hat nicht das letzte Wort!“

Der katholische Mainzer Bischof Peter Kohlgraf ermunterte dazu, trotz der Angst vor Krieg, Krankheit, Leiden und Tod nicht zu verzweifeln. Die österlichen Texte machten gerade deshalb Mut, weil sie die Ängste und Zweifel der Jüngerinnen und Jünger nicht verdrängten, sagte Kohlgraf am Ostersonntag im Hohen Dom zu Mainz.

Der rheinische Präses Thorsten Latzel warnte davor, Waffen als Friedensbringer zu sehen. Sie könnten zwar helfen, unrechtmäßige Gewalt zu beenden, sagte er am Ostersonntag laut Predigttext in der Düsseldorfer Johanneskirche. „Aber um Frieden zu stiften, braucht es Menschen, die Schwachen helfen, Kinder großziehen, Häuser renovieren, Blumen pflanzen. Auch wenn es Jahrzehnte dauert.“

Der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann rief am Ostersonntag dazu auf, sich gegen die „Tyrannei des Todes und die Spiralen seiner Gewalt“ zu stellen. Viele Menschen seien derzeit von Angst beherrscht. Bei älteren Menschen weckten die Ereignisse in der Ukraine Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg, sagte Wiesemann laut Mitteilung im Speyerer Dom.

Der katholische Trierer Bischof Stephan Ackermann nannte die biblischen Erzählungen in seiner Predigt am Ostersonntag „Rettungsgeschichten“. Das treffe auch auf die Botschaft der Auferstehung zu. Sie laute: „Gott bewahrt dich nicht vor allem, aber er rettet dich durch alles hindurch: durch deine Niederlagen, deine Enttäuschungen, deine Schmerzen, ja selbst durch den Tod.“

www.ekhn.de

www.ekkw.de

www.ekir.de

www.evkirchepfalz.de

www.bistumlimburg.de

www.bistum-fulda.de

www.bistummainz.de

www.bistum-speyer.de

www.bistum-trier.de