Diakonie und Landeskirchen: 5 Millionen Euro für Flutopfer gespendet

Düsseldorf (epd).

Fünf Millionen Euro haben hilfsbereite Menschen mittlerweile bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe (RWL) für die Opfer des Hochwassers in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gespendet. Der Spendenaufruf von Diakonie und drei evangelischen Landeskirchen stoße auf eine enorme Hilfsbereitschaft, erklärte die Diakonie RWL am 20. Juli in Düsseldorf. Das Geld soll diakonischen Einrichtungen und Kirchengemeinden zur Verfügung gestellt werden, die damit Soforthilfe leisten können.

Zuvor hatte die Diakonie RWL von 500.000 Euro berichtet. Eine Diakonie-Sprecherin sagte dem epd, die Organisatoren seien sehr überrascht über die nun so deutlich vervielfachte Spendensumme. Das Geld werde über verschiedene Kanäle gespendet, etwa über die rheinische, westfälische und lippische Landeskirche und über die Plattform Betterplace, aber auch über Spenden der Diakonie Katastrophenhilfe und anderer Diakonischen Werke, etwa aus Schleswig-Holstein.

Unbürokratische und schnelle Hilfe sei jetzt das Gebot der Stunde, erklärte der Diakonie-RWL-Vorstand Thomas Oelkers. „Die Hilfsbereitschaft der Menschen ist beeindruckend. Viele packen vor Ort direkt mit an, um die Schäden zu beseitigen. Andere spenden großzügig, damit die Hilfe in den Hochwassergebieten vorangehen kann.“ Mit dieser großen Resonanz auf den Spendenaufruf habe man nicht gerechnet.

Wie hoch der Bedarf an Unterstützung ist, zeigen die Berichte einzelner diakonischer Werke und Kirchengemeinden. Noch seien längst nicht alle Keller und Tiefgaragen ausgepumpt, so dass weiterhin Tote geborgen werden müssten, berichtete der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Bad Neuenahr-Ahrweiler, Friedemann Bach. „Neben sehr vielen Menschen, die ihre Wohnung verloren haben, gibt es zahlreiche, die vom hereinbrechenden Wasser so überrascht wurden, dass sie nicht mehr aus ihrer Kellerwohnung entkommen konnten.“

Die Evangelische Jugendhilfe Godesheim verwies auf zerstörte Einrichtungen in Ahrweiler. Der Kinder- und Jugendhilfeverbund beschäftigt knapp 400 Mitarbeiter im Großraum Köln, Bonn, Rhein-Sieg und Ahrweiler. Dort haben die Kinder und Jugendlichen in vier von insgesamt sechs Wohngruppen ihr Dach über dem Kopf verloren und mussten umziehen. Sie kamen zunächst in den zwei noch bestehenden Wohngruppen unter. Auch einige Mitarbeiter haben ihr Zuhause verloren. Sie fehlen nun für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen.

Das Diakonische Werk Bonn und Region bietet zudem eine seelsorgerliche Begleitung der Menschen in den stark betroffenen Unwetterregionen Swisttal und Rheinbach an. Dafür stehen Mitarbeiter in zwei Schichten telefonisch zur Verfügung. Die Diakonie hat zudem ihre knapp 430 Beschäftigten aufgefordert, einen Urlaubstag zu spenden.

Pressemitteilung der Diakonie RWL: http://u.epd.de/1wq1