Sozialunternehmen Diakoneo investiert trotz Krise

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Start-Ups fuer die Hungernden
Weiterer Zusammenschluss mit diakonischem Träger wird vorbereitet
Nürnberg, Neuendettelsau (epd).

Das Sozialunternehmen Diakoneo ist nach den Worten seines Vorstandsvorsitzenden Mathias Hartmann besser als erwartet durch die Pandemie gekommen. Hoch motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien hierfür der Hauptgrund, so Hartmann am Mittwoch beim Jahrespressegespräch in Nürnberg. Aber das Unternehmen habe nach der Fusion vor zwei Jahren eine Größe bekommen, die sich in der Krise ausgezahlt habe, stellte Hartmann fest. Diakoneo war 2019 aus der Fusion der Diakonie Neuendettelsau und des Evangelischen Diakoniewerks Schwäbisch Hall entstanden.

Beispielsweise habe man wegen des zentralen Einkaufs immer genügend Schutzausrüstung gehabt, sagte Hartmann. In einem Pflegeheim, in dem die Mitarbeitenden wegen Corona in Quarantäne mussten, konnten Pflegekräfte aus anderen Senioreneinrichtungen einspringen.

Zudem nannte der Vorstandsvorsitzende auch die diversen staatlichen Unterstützungsprogramme, die Diakoneo Stabilität gegeben hätten. So habe man im Krisenjahr 2020 bei den Investitionen nicht „die Bremse einlegen“ müssen.

Das nach eigenen Angaben größte diakonische Unternehmen Süddeutschlands investierte im vergangenen Jahr rund 58 Millionen Euro und damit nahezu gleich viel wie in den Vorjahren, berichtete der Kaufmännische Vorstand Dieter Motzer. Insgesamt hätten sich die Umsätze in dem Unternehmen mit rund 10.000 Beschäftigten auf 650 Millionen Euro belaufen. Diakoneo beendete das Geschäftsjahr mit einem Erlös von einer Million Euro, gab aber nach Angaben Hartmanns auch1,9 Millionen Euro für Corona-Boni an die Mitarbeitenden aus.

Das Unternehmen will weiter „strategisch wachsen“, kündigte Hartmann an. So könne man „ein starker Partner zum Wohle der Menschen sein“. Es gebe bei den Sozialunternehmen einen „Grundtrend“ zu größeren Verbünden. Voraussichtlich im September falle ein Grundsatzbeschluss über eine Partnerschaft mit dem Sonnenhof in Schwäbisch Hall, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, in dem rund 1.000 Menschen arbeiten, und das einen Umsatz von etwa 50 Millionen Euro macht.

Wichtigstes Zukunftsthema bei Diakoneo ist für den Vorstandsvorsitzenden die Frage der Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterentwicklung. „Unsere Vision ist, dass die Menschen begeistert von ihrem Arbeitsplatz bei Diakoneo sind“, sagte Hartmann. Außerdem wolle sich der Träger verstärkt in sozialpolitische und gesundheitspolitische Debatten einbringen, kündigte er an.

An den Krankenhausstandorten in Schwäbisch Hall, Ansbach und Nürnberg will Diakoneo in den kommenden Jahren rund 200 Millionen Euro investieren. Davon sind rund 90 Millionen für den Umbau der Klinik Hallerwiese und Cnopfschen Kinderklinik in Nürnberg vorgesehen. In Obernzenn (Landkreis Neustadt an der Aisch - Bad Windsheim) entsteht eine gerontopsychiatrische Einrichtung für an Demenz erkrankte Menschen mit 60 Plätzen. Einen bereits bestehenden ländlichen Standort wolle man hier zu einem „hochspezialisierten Zentrum“ ausbauen. Für das Vorhaben, das „mehrere Millionen Euro“ kosten werde, gebe es Fördermittel des Bezirks und des Freistaats, sagte Hartmann.

Zu Diakoneo gehören 200 Einrichtungen in Bayern, Baden-Württemberg und Polen. Nach eigenen Angaben bietet das diakonische Unternehmen mit seinen rund 10.000 Mitarbeitenden jährlich 190.000 Menschen Leistungen in den Bereichen Pflege, Gesundheit, Bildung, Spiritualität oder Wohnen. (01/2304/07.07.2021)