Landesbischof: Gegen Ungerechtigkeit strategisch klug vorgehen
Nürnberg (epd).

Ungerechtigkeit in der Welt muss nach den Worten des bayerischen evangelischen Landesbischofs, Heinrich Bedford-Strohm, deutlich benannt werden. Um gegen die Ungerechtigkeit vorzugehen, brauche es aber „kluge Verhandlungen, strategische Klugheitsüberlegungen, geschickte Beschaffung von Mehrheiten und vor allem: viel Beziehungsarbeit“, so der Bischof in seiner Predigt zum ersten Advent in der Nürnberger Lorenzkirche. Bedford-Strohm plädierte für eine neue Kultur des Gesprächs, „in dem wir das Bewusstsein für die Dringlichkeit der Themen verbinden mit einer Haltung des wechselseitigen Zuhörens, der moralischen Sensibilität, aber auch der menschlichen Sensibilität“.

Es laufe in der Welt etwas grundlegend schief, sagte Bedford-Strohm laut Predigtmanuskript. „Wer im falschen Teil der Welt geboren ist, muss jeden Tag darum kämpfen, ob er genug zu essen und zu trinken hat“. Hierzulande würden sich die Menschen zu wenig mit der Frage befassen, wie sie ihr Leben verändern müssen, „damit auch die Menschen in anderen Teilen der Welt und zukünftige Generationen gut leben können“. Stattdessen gehe es vielen darum, „ihren bisherigen Lebensstil so weit wie möglich zu bewahren und allzu große Opfer vermeiden“.

Der Advent sei eine Zeit, in der sich die Menschen von den Lichtern in der Dunkelheit oder den Düften der Weihnachtsmärkte berühren lassen. Aber der Advent sei auch „eine Zeit der Buße, eine Zeit des Nachdenkens über sich selbst, eine Zeit der Erneuerung“, mahnte der Landesbischof. Grund zur Buße gebe es genug. Und auch ein demokratischer Staat brauche klare Orientierung, Besinnung und Umkehr. (00/4112/27.11.2022)