Klinikclowns bieten Demenzkranken Momente des Glücks

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Tatjana Kapp tritt als Clownin Schlawine
Würzburg/Uffenheim (epd)

Für ältere Menschen mit einer demenziellen Erkrankung können Klinikclowns Momente des Glücks erschaffen. "Menschen mit Demenz leben ganz im Hier und Jetzt", sagt Tatjana Kapp vom Würzburger Verein "Lachtränen" alias Clownin Schlawine dem Evangelischen Pressedienst (epd). In diesem Hier und Jetzt erführen die Senioren "durch die Figur des Clowns viel Freude", erläutert die 53-Jährige. Das könne etwa ein Mau-Mau-Spiel sein, bei dem sich keiner mehr an die Regeln halte oder auch eine aberwitzige Unterhaltung, bei der man sich völlig auf die Welt der demenziell Erkrankten einlasse.

Anders als bei Klinikclown-Einsätzen in Kinderkliniken komme man den Senioren bei der Arbeit "normalerweise, also nicht unter Corona-Bedingungen" körperlich viel näher, sagt Kapp. Menschen mit Demenz bräuchten das Haptische. Deshalb gehöre es zum Begrüßungsritual jeden Bewohner mit Handschlag zu begrüßen und zu verabschieden: "Das ist für die Senioren ganz wichtig." Auch, weil Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen nur noch wenig berührt werden. Anders als in Kinderkliniken sei auch, "dass im Seniorenheim viel gesungen wird". Klinikclowns müssten also alte Volkslieder kennen.

Für die Klinikclowns vom Würzburger Verein "Lachtränen" sind Einsätze in Pflegeheimen bisher allerdings eher die Ausnahme - nicht nur wegen Corona. Der Verein habe "leider nicht die Kapazitäten", mehr als das bisher regelmäßig besuchte Pflegeheim im mittelfränkischen Uffenheim zu bedienen. Nachwuchs zu gewinnen sei schwierig, auch wegen der nötigen Qualitätsansprüche für die Tätigkeit als Klinikclown. Außerdem könnten nicht alle Klinikclowns gleich gut mit Kindern und Senioren arbeiten. Wenn jemand selbst Demenz-Erkrankte um Umfeld habe, sei ein unbefangener Umgang mit der Krankheit oftmals schwierig.

epd-Gespräch: Pat Christ