Theologe: Digitale Methoden sind zu wenig eingeübt

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Josefstal-Schliersee (epd)

In vielen kirchlichen Einrichtungen fehlt die technische Ausstattung, um sinnvoll mit dem Internet arbeiten zu können, hat der Leiter des evangelischen Studienzentrums Josefstal in Oberbayern, Pfarrer Roger Schmidt, beklagt. In einem Gespräch mit dem Evangelischer Pressedienst (epd) sagte Schmidt am Dienstag, "wir haben so wenig eingeübt, mit digitalen Methoden zu arbeiten, dass es uns schwerfällt, die Kreativität aufzubringen, die man im Online-Bereich braucht, um interessante Aspekte digitaler Bildung auszuschöpfen".

Bisher gebe es im kirchlichen Bereich noch große Unsicherheit im Herangehen an digitale Medien, stellte Schmidt weiter fest. Viele glaubten, dass die Begegnung im Netz "uneigentlich" sei und nur die echte Begegnung zähle. "Aber das ist eben nicht die ganze Wahrheit. Unser Erleben hat sich längst auf das Digitale ausgeweitet."

Die Digitalisierung sei eine große Chance für eine Organisation wie die Kirche, die sich auf die Fläche erstrecke. Über das Digitale bekomme sie die Chance, "noch mal anders global Kirche zu sein". Man könne voneinander lernen. Man könne "mit anderen Kirchtürmen vernetzen".

Schmidt forderte, das Thema digitale Bildung in die Fortbildung und in die Ausbildung junger Pfarrerinnen und Pfarrer aufzunehmen. "Nur weil die Leute jung sind, können sie noch lange nicht alle mit dem Internet umgehen", erklärte er.

epd-Gespräch: Rieke C. Harmsen