Medienexpertin: Senioren müssen die digitale Welt verstehen

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"Silver Gamer" im Seniorenzentrum in Köln-Riehl
München (epd)

Ältere Menschen müssen sich nach Ansicht der Medienpädagogin und Kommunikationswissenschaftlerin Sabine Jörk dringend mit digitalen Geräten und dem Internet vertraut machen. "Die Leute müssen fit sein, wissen, wie die digitale Welt funktioniert und wie sie sich und ihre Daten im Internet schützen können", sagte die Vorsitzende der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft Medien (EAM) des Deutschen Evangelischen Frauenbundes Bayern mit Sitz in München.

Jörk ist überzeugt, dass künftig auch im Alltag von Seniorinnen und Senioren kein Weg mehr an digitalen Technologien vorbeiführt. Städte und Gemeinden arbeiteten am digitalen Ausweis, die Deutsche Bahn denke über die Abschaffung von Fahrkartenautomaten nach und das bargeldlose Bezahlen sei auch immer wieder Thema, erläuterte sie im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Man weiß zwar nicht, wie schnell das alles umgesetzt wird, aber das Wegschauen wird ihnen nicht mehr lange helfen."

Seit April ist die EAM Teil der deutschlandweiten und vom Bundesverbraucherministerium geförderten Initiative "Digital-Kompass vor Ort". Mit Workshops, in Sprechstunden und bei Stammtischen wollen Jörk und ihr Team älteren Menschen beibringen, mit Laptops, Tablets, Smartphones und dem Internet umzugehen. "Aufklärung ist das A und O", unterstrich die Leiterin des "Digital-Kompass"-Standorts München. Nur so könne den Seniorinnen und Senioren die Angst vor der neuen Technologie genommen werden.

Das Projekt "Digital-Kompass vor Ort" haben die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und der Verein "Deutschland sicher im Netz" ins Leben gerufen. Sie wollen damit helfen, ältere Menschen ins Internet zu begleiten. Derzeit gibt es bundesweit mehr als 25 Anlaufstellen. Bis 2021 sollen es 75 werden. (01/3309/10.09.2019)