Deutscher Radiopreis für 100 Jahre alte Radiosendung

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München, Hamburg (epd).

Der Deutsche Radiopreis für die „Beste Sendung“ ist an „Bayern 1“ für die Zeitreise „100 Jahre Radio“ verliehen worden. Eine Sendung mit einem Klang wie vor 100 Jahren zu produzieren, sei eine „außergewöhnliche Idee“, urteilte die Grimme-Jury. Als „Beste Comedy“ wurde „Gottis Corona Tagebuch Liveticker“ von radioeins (rbb) ausgezeichnet. Der undotierte Radiopreis wurde im Rahmen einer Gala im Hamburger Hafen verliehen. Fünf Preise gingen an die öffentlich-rechtlichen Sender, sechs an den Privatfunk. Gäste waren corona-bedingt nicht zugelassen.

Als „Beste Reportage“ wurde „Herrn Nickels Schuhe“ von Bremen Zwei gekürt, eine akustische Reise aus einem Altenheim ans Ende des Lebens: Herrn Nickel mussten die Schuhe weggenommen werden, weil er immer in sein altes Zuhause zurücklaufen wollte. Der Preis für die beste Morgensendung ging an den sächsischen Privatsender Radio PSR für die „Steffen Lukas-Show“.

Als „Bestes Informationsformat“ wurde „Weltweit“ vom NDR Jugendsender N-Joy ausgezeichnet. Jede Woche informiert das Team eine Stunde lang über Länder, die es nur selten in die Medien schaffen - eine Art Weltreise zum Hören. „Bester Podcast“ wurde „Zurück zum Thema“ des Leipziger Privatsenders detektor.fm. Täglich werde ein aktuelles kontroverses Thema gut hörbar und verständlich präsentiert, so die Grimme-Jury.

Die Auszeichnung für die „Beste Programmaktion“ ging an den privaten Kindersender Toggo Radio für die Antirassismus-Woche „Zusammen sind wir bunt“. Kinder unterschiedlicher Kulturen haben das Programm gemeinsam gestaltet. Mit einer zielgruppengerechten Ansprache sei ein wichtiges Thema auf Augenhöhe mit Kindern behandelt worden, so die Grimme-Jury. Um Rassismus ging es auch beim „Besten Interview“: „Das Rassismus-Bullshit-Bingo“ des Privatsenders Radio Leverkusen.

Der Preis für die „Beste Newcomerin“ ging an Gloria Grünwald vom bayrischen Privatsender ego FM. Sie begegne ihren Gesprächspartnern auf Augenhöhe, habe eine sympathische Stimme und zeige Engagement am Mikrofon. Als „Beste Moderatorin“ wurde Sümeyra Kaya von „WDR Cosmo“ gekürt.

Bereits im Vorwege wurde Radio Wuppertal als Gewinner des Sonderpreises bekanntgegeben. Der Sender bekommt den Preis für den herausragenden Einsatz in der Nacht der Flutkatastrophe Mitte Juli und stellvertretend für alle Reporterinnen und Reporter, die im Einsatz waren. Gesendet wurde in der Flutnacht, bis das Notstrom-Aggregat aufgab.

Für die Musik sorgten an dem Abend unter anderem Revolverheld, Johannes Oerding, Zooe Wees und Duran Duran. Gestiftet wird der Deutsche Radiopreis von den Hörfunkprogrammen der ARD, Deutschlandradio und den privaten Radiosendern. Gesellschafter sind die Plattform „Radiozentrale“ und die NDR Media. (00/2901/03.09.2021)