Preidel: Synode setzt zugleich auf Erfahrung und Aufbruch

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Sitzung der Landessynode der bayerischen Landeskirche in der Event-Halle des Autohofs Strohofer in Geiselwind
Landesbischof wirbt auch künftig für "ungewöhnliche Tagungsorte"
Geiselwind (epd)

Die neue Landessynode hat sich am Wochenende in Geiselwind konstituiert. Die 108 fast zu zwei Drittel erstmals ins Kirchenparlament gewählten Mitglieder haben dabei Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel sowie die Vizepräsidenten Hans Stiegler und Walter Schnell wiedergewählt und damit laut Preidel "auf Erfahrung" gesetzt. Die Synode wolle "möglichst schnell mit der inhaltlichen Arbeit beginnen", deutete sie das Wahlergebnis. Deutliche personelle Veränderungen gab es dagegen im Landessynodalausschuss (LSA), der die Synode während ihrer Tagungen vertritt.

Preidel sagte am Sonntag, mit einem "Schwarzweißdenken", dass allein durch die Wiederwahl des Präsidiums "alles beim Alten" bleibe, könne sie wenig anfangen. Dies werde auch der neuen Zusammensetzung der Synode und des LSA nicht gerecht. Vizepräsident Walter Schnell betonte, dass "der Dampfer Kirche kein Schnellboot" sei und das auch jeder wisse. Letztlich aber, ergänzte Vizepräsident und Dekan Hans Stiegler, spiele "die Musik in der Synode", die nicht nur größtenteils aus neuen Mitgliedern sondern mehrheitlich auch aus Frauen bestehe.

Die Synodalpräsidentin erläuterte, die Wahl des Präsidiums sei "ein klares Signal dieser Synode, was sie gerne möchte". Eine ihrer Visionen sei während der letzten Wahlperiode gewesen, dass auf dem Podium des Präsidiums durchaus auch jugendliche und junge Synodale ihren Platz haben sollten und können. Diese seien aber nun im LSA durchaus vertreten. Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sagte, man müsse die Wiederwahl des Präsidiums auf jeden Fall im Kontext sehen - denn im LSA spiegle sich die andere Zusammensetzung der Synode wider.

Zurückhaltend gab sich Preidel bezüglich der finanziellen Folgen der Corona-Pandemie auf die bayerische Landeskirche. Diese muss nach aktueller Einschätzung mit einem deutlichen Rückgang der Einnahmen bei der Kirchensteuer rechnen. Wo Einsparungen möglich seien, könne sie nicht sagen und begründete dies damit, den Haushaltsberatungen der neuen Synode bei der Herbsttagung im November nicht vorgreifen zu wollen. Genau deshalb sei es so wichtig gewesen, dass sich die neue Synode nach der Corona-Tagungsabsage im März schnell konstituiert.

Bischof Bedford-Strohm ging noch einmal auf den außergewöhnlichen Ort der Synodaltagung ein, einen Autohof: Er wünsche sich sehr, dass "diese Impulse aufgenommen werden" und die Synode "immer wieder ungewöhnliche Orte" als Tagungsorte auswähle. Synodalpräsidentin Preidel sagte, dass der alte LSA sich aus Gründen der Planungssicherheit auch für die November-Tagung der Landessynode nochmals für Geiselwind entschieden habe - alle weiteren Überlegungen oblägen dem neuen LSA. Sie könne sich aber durchaus auch weiter solche "ungewöhnliche Orte" vorstellen.

Die konstituierende Sitzung der Synode war am Freitag mit einem Gottesdienst eröffnet worden. Ein Großteil der Tagung bestand aus Wahlen für die verschiedenen Gremien. Am Sonntagnachmittag stand unter anderem auch noch der Beschluss über ein neues Gesetz auf der Tagesordnung, das die Arbeitsfähigkeit kirchlicher Gremien auch in Pandemie-Zeiten sicherstellen soll. Demnach soll es der Landessynode aber auch Dekanatssynoden und Kirchenvorständen möglich sein, in Zukunft auch rechtssicher digital zu tagen und abzustimmen. (00/3040/13.09.2020)

Von Daniel Staffen-Quandt (epd)