Medien
WDR-Rundfunkrat lehnt Programmbeschwerde gegen Flüchtlingsfilm ab
Köln (epd). Der WDR-Rundfunkrat hat eine Programmbeschwerde gegen den Fernsehfilm "Aufbruch ins Ungewisse" einstimmig zurückgewiesen. Das teilte das Aufsichtsgremium der Rundfunkanstalt in Köln mit. Ein Zuschauer hatte in seiner Beschwerde kritisiert, der am 14. Februar im Ersten ausgestrahlte Film verstoße gegen den im WDR-Gesetz verankerten Programmgrundsatz der Ausgewogenheit des Gesamtprogramms.

Der Film entwirft das fiktive Szenario eines von rechtsextremen Diktaturen dominierten Europas, aus dem Dissidenten nach Afrika flüchten müssen. Der Beschwerdeführer sieht darin eine unterschwellige Hetze gegen die AfD und rückt den WDR in die Nähe von Antifa und Linksextremisten. Der Film habe einseitig einer Gruppe von Parteien beziehungsweise einer Weltanschauung gedient und damit gegen einen im WDR-Gesetz verankerten Programmgrundsatz verstoßen.

WDR-Intendant Tom Buhrow, der für das Programm verantwortlich ist, hatte die Beschwerde bereits zurückgewiesen. Dem schloss sich der Rundfunkrat als Berufungsinstanz nun an. Der Rundfunkrat argumentierte, der vom Kritiker angeführte Programmgrundsatz verpflichte den WDR zur Ausgewogenheit des Gesamtprogramms. Einzelne Beiträge oder Filme hingegen dürften, vor allem bei fiktionalen Stoffen, subjektive und auch parteiisch gefärbte Perspektiven einnehmen, solange das Gesamtprogramm unterschiedliche Blickwinkel abbilde. Auch den Vorwurf, der Film sei hetzerisch und rassistisch, wies der Rundfunkrat zurück.