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WDR: Maßnahmenpaket gegen sexuelle Belästigung
Köln (epd). Der WDR will mit einem Maßnahmenpaket eine bessere Prävention von sexueller Belästigung im Sender erreichen. Die Geschäftsleitung habe Sofortmaßnahmen verabschiedet, teilte der Sender in Köln mit. Die Senderspitze wolle damit nicht nur ein klares Zeichen setzen, sondern auch handeln und erste Verbesserungen schnell umsetzen. Hintergrund sind zwei jetzt bekanntgewordene Fälle. Zwei Fernsehkorrespondenten wird sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Der Sender kündigte nun unter anderem an, dauerhaft eine externe Ombudsstelle einzurichten, an die sich Betroffene wenden können. Das Vorgehen werde mit dem Personalrat abgestimmt, hieß es.

Zudem sollen aktive Führungskräfte zusätzlich geschult und sensibilisiert werden. Das Thema werde auch Gegenstand von Dialogveranstaltungen unter Führungskräften als auch mit freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sein, erklärte der WDR. Entsprechende Veranstaltungen sollen in der Zentrale in Köln, in der Region und mit Blick auf die Auslandsstudios stattfinden.

Allen aktiven und künftigen Mitarbeitern wird nach eigenen Angaben schriftlich mitgeteilt, dass der Sender sexuelle Belästigung nicht duldet und welche konkreten Beschwerdestellen es gibt. Dies gelte auch für Freie, Auszubildende und Aushilfen.

Über eine eigens eingerichtete E-Mail-Adresse der Geschäftsleitung können Mitarbeiter Vorschläge machen, wie der WDR seine Prävention in diesem Bereich weiter verbessern kann.

Der WDR hatte in der vergangenen Woche Vorwürfe zurückgewiesen, verantwortliche Führungskräfte hätten in den zurückliegenden Jahren Hinweise auf sexuelle Belästigung durch zwei Fernsehkorrespondenten nicht ausreichend ernst genommen. In beiden jetzt bekanntgewordenen Fällen seien Vorwürfe und Gerüchte geprüft worden, hätten sich aber zum damaligen Zeitpunkt nicht erhärten lassen, erklärte der Sender. Erst nach neuerlichen Belästigungsvorwürfen wurde ein beschuldigter TV-Korrespondent inzwischen freigestellt.