Soziales
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Verband fordert mehr Hilfe für Obdachlose im Winter
Düsseldorf, Berlin (epd). Nach dem Tot von drei obdachlosen Menschen in Nordrhein-Westfalen und Hamburg fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe ein "flächendeckendes Netzwerk der Kältehilfe". "Die Kommunen müssen einen am tatsächlichen Bedarf ausgerichteten Bestand menschenwürdiger, möglichst dezentraler Unterbringungsmöglichkeiten bereithalten", sagte die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft, Werena Rosenke, in Berlin. Benötigt würden Unterkünfte, die ein Mindestmaß an Privatheit garantierten. Auch die Grünen in NRW verlangten entschiedenere Maßnahmen der Politik zum Schutz von Obdachlosen.

Zudem müssen nach Angaben von Rosenke bei der Aufnahme von Obdachlosen Befristungen des Aufenthaltes auf einen oder wenige Tage pro Monat beendet werden. Auch spezielle Schutzräume für wohnungslose Frauen seien notwendig. Darüber hinaus sollten die Stadt- und Kommunalverwaltungen telefonische Notrufe einrichten. Die Bürger sollten aufgefordert werden, umgehend zu melden, wenn sie hilflose, durch die Kälte gefährdete Menschen sehen. Aktiv aufsuchende Kältebusse könnten zudem im Zweifelsfall Leben retten, erklärte die Geschäftsführerin.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe verwies darauf, dass jeder unfreiwillig wohnungslose Mensch in Deutschland ein Anrecht auf eine ordnungsrechtliche Unterbringung durch die Kommune hat, in der er sich aufhalte. Auch Zuwanderern dürfe dieses Recht nicht verwehrt werden.

Der Vorsitzende der NRW-Grünen, Felix Banaszak, verlangte von der Politik "neue Wege im Kampf gegen die Wohnungslosigkeit". Die Landesregierung müsse das Thema der wachsenden Obdachlosigkeit angehen und effektive Maßnahmen einleiten, um diesen erschreckenden Trend zu stoppen, betonte Banaszak.

Anlass für die Kritik war der Tod von zwei Obdachlosen in Düsseldorf und Köln sowie einer obdachlosen Frau in Hamburg. Alle drei waren Ende Oktober offenbar aufgrund der niedrigen Temperaturen erfroren. So starb vor dem Düsseldorfer Hauptbahnhof ein 45 Jahre alter Mann aus Polen. Die Ermittlungen der Polizei zu dem Vorfall dauern an, ein Verbrechen wird aber ausgeschlossen. Auch vor dem Bürgerzentrum in Köln-Ehrenfeld wurde die Leiche eines Mannes mit bislang ungeklärter Identität gefunden. Der Tote lag unter einer Parkbank, auch in diesem Fall laufen die Ermittlungen der Polizei noch.