Kultur
Unesco nimmt Blaudruck in Kulturerbe-Liste auf
Port Louis, Bonn (epd). Die Unesco hat den Blaudruck in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Das jahrhundertealte Verfahren zur Stoffveredelung war von Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei gemeinsam vorgeschlagen worden, wie die Deutsche Unesco-Kommission in Bonn mitteilte.

Der Blaudruck spiele nicht nur für die Herstellung von Trachten eine wichtige Rolle, auch junge Designer hätten ihn für sich entdeckt, erklärte Kommissionspräsidentin Maria Böhmer. Mit der Eintragung in die Unesco-Liste verbinde sie die Hoffnung, "dass diese traditionelle Technik erhalten bleibt und in der Verbindung mit neuen Techniken kreativ genutzt wird".

Blaudruck ist ein Druckverfahren, das auf Naturmaterialien wie Leinen, Baumwolle oder Seide angewandt wird. Nach Angaben der Unesco-Kommission gibt es in Europa nur noch 27 Blaudruckwerkstätten, zwölf davon in Deutschland, meist Familienbetriebe. Die dort gefertigten Stoffe werden unter anderem zu Tischtüchern, Vorhängen, Hemden oder Meterware verarbeitet.

Seit 2003 unterstützt die Unesco den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt von Kulturformen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Auf den Unesco-Listen des Immateriellen Kulturerbes stehen bisher mehr als 470 Bräuche, Darstellungskünste, Handwerkstechniken und Naturwissen aus aller Welt, darunter der Orgelbau und die Orgelmusik aus Deutschland, der Tango aus Argentinien und Uruguay und die traditionelle chinesische Medizin.

Über die Aufnahme weiterer Kulturformen entscheidet ein Unesco-Ausschuss, der noch bis Samstag in Mauritius tagt. Neben dem Blaudruck wurden unter anderem die Parfumherstellung in Frankreich, der Parrandas-Karneval in Kuba und das traditionelle koreanische Ringen aufgenommen.