Soziales
Studie: Deutsche wollen 35-Stunden-Woche
Dortmund (epd). Arbeitnehmer in Deutschland wünschen sich laut einer Umfrage eine 35-Stunden-Woche. Damit lag die gewünschte wöchentliche Arbeitszeit im Jahr 2017 durchschnittlich vier Stunden unter der tatsächlich geleisteten Stundenzahl, wie aus einer von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund veröffentlichten Studie hervorgeht. Knapp die Hälfte der Befragten wollte die Arbeitszeit verkürzen, rund jeder Zehnte hingegen aufstocken.

Bei Beschäftigten in Vollzeit habe zwar die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit meist dem Wunsch der Arbeitnehmer entsprochen, tatsächlich hätten sie aber oft deutlich mehr Stunden geleistet als vereinbart. Teilzeitbeschäftigte wollten den Angaben nach indes ebenso wie Menschen, deren Einkommen nicht ausreicht, mehr Stunden leisten.

Zwischen den Geschlechtern zeigen sich der Studie zufolge deutliche Unterschiede: Frauen passten ihre Arbeitszeit stark an Kinder oder Pflegeaufgaben an, bei Männern dagegen bleibe die Stundenzahl in unterschiedlichen Lebensphasen in der Regel konstant. Allerdings wünschten sich sowohl Männer als auch Frauen einen höheren Handlungsspielraum bei ihrer Arbeitszeit. Drei von vier Befragten war im vergangenen Jahr zudem die Trennung von Arbeit und Privatleben wichtig.

Insbesondere Menschen, die gerne weniger arbeiten würden, schätzten ihre Gesundheit den Angaben zufolge schlecht ein. Sie litten häufig unter gesundheitlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit oder körperlicher Erschöpfung. Außerdem waren sie weniger zufrieden mit der Work-Life-Balance und der Arbeit insgesamt.