Kirche
Präses Rekowski nennt Ungeduld in der Ökumene Pflicht
Köln (epd). Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, mahnt intensivere Bemühungen in der Ökumene an. "Die ökumenische Ungeduld ist für uns Pflicht", sagte Rekowski in der Kölner Karl-Rahner-Akademie. "Wir müssen so viel wie möglich miteinander tun." Unter den Christen gebe es eine große Sehnsucht nach Einheit, das hätten viele ökumenische Veranstaltungen im vergangenen Jahr zu Reformationsjubiläum gezeigt.

Neben der "Ökumene der Herzen" gebe es auch eine "Ökumene der Schmerzen", sagte der Theologe weiter. Er berichtete über eine Grundschule in Wuppertal, in der im Sommer 53 Schülerinnen und Schüler eingeschult wurden. Nur fünf von ihnen gehörten christlichen Kirchen an: drei waren evangelisch, zwei katholisch. "Da müssen wir uns ökumenisch an die Decke strecken. Da müssen wir auf Biegen und Brechen gemeinsame Sache machen."

Auch der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Köln-Süd, Bernhard Seiger, rief dazu auf, "dem ökumenischen Dialog etwas zuzutrauen und zu schauen, was möglich ist". Ökumenische Gottesdienste zum Reformationsjubiläum hätten gezeigt: "Die Kirchen müssen sich alle ständig erneuern. Dahinter können wir nicht mehr zurück."

In den Gemeinden spielten die konfessionellen Unterschiede eigentlich keine Rolle mehr, berichtete Hannelore Bartscherer, langjährige Vorsitzende des Katholikenausschusses in der Stadt Köln. Dass katholische und evangelische Christinnen und Christen gemeinsam Abendmahl feierten, sei Normalität. Welcher Gottesdienst besucht werde, hänge ab von der Atmosphäre, der Musik und der Predigt und nicht von der Konfession des Pfarrers oder der Pfarrerin. "Das Miteinander der Christen und Christinnen hat sich an der Basis unglaublich entwickelt", sagte Bartscherer. "Ich vertraue auf das Wirken des Heiligen Geistes, der uns die Kraft gibt, das Trennende zu überwinden."