Kirche
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Präses Kurschus wünscht sich mehr Dank in Gottesdiensten
Hagen (epd). Die westfälische Präses Annette Kurschus hat angeregt, der Dankbarkeit mehr Platz in Gottesdiensten einzuräumen. Für ein "Gott sei Dank" sei in der Liturgie kein fester Platz vorgesehen, sagte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen im Gottesdienst zur Wiedereröffnung der Johanniskirche in Hagen. "Die Fürbitte fehlt in keinem Gottesdienst. Aber der Fürdank?" Dabei sei die Bibel voll von Dank für andere Menschen, der an Gott gerichtet werde.

Auch alles, was Menschen einander verdankten und wofür sie einander dankbar seien, seien göttliche Gaben, sagte Kurschus, die auch stellvertretende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, laut Predigttext. "Womöglich würde es uns gut tun, den Fürdank für unsere Gottesdienste wiederzuentdecken? Und zwar nicht nur an einem Tag wie heute, wo er uns beinahe wie von selbst auf dem Herzen und auf der Zunge liegt."

Zu danken müsse nicht heißen, dass es keine Konflikte gebe, betonte Kurschus. Auch bei der Renovierung der Johanniskirche habe es Unstimmigkeiten über die Opfer gegeben, die gebracht werden mussten. So seien Gebäude verkauft und fast alle Kitas der Gemeinde in private Trägerschaft übergeben worden, um die Finanzierung des prominenten Bauprojekts zu sichern. Es sei Anlass zum Staunen, "dass in allem, was immer wieder schwierig ist und mühsam werden wird, dennoch etwas zum Segen entsteht", sagte die Präses.