Kirche
Der Musiker Peter Maffay in Recklinghausen mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet worden.
© epd-bild / Stefan Arend
Peter Maffay als "Botschafter der Völkerverständigung" gewürdigt
Woche der Brüderlichkeit in Recklinghausen eröffnet
Recklinghausen (epd). Der Musiker Peter Maffay ist für seinen Einsatz gegen Antisemitismus und Extremismus in Recklinghausen mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet worden. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nannte Maffay bei der zentralen Eröffnungsfeier der Woche der Brüderlichkeit einen "Botschafter der Völkerverständigung", der vor allem junge Menschen anzusprechen wisse. Maffay setze sich schon seit Jahrzehnten für das Miteinander von deutschen, israelischen und palästinensischen Jugendlichen ein. Mit der Buber-Rosenzweig-Medaille würdigt der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit seit 1968 den Einsatz für die Verständigung zwischen Christen und Juden.

Die katholische Präsidentin des Koordinierungsrates, Margaretha Hackermeier, sagte, Maffay habe sich mit Mut und Zivilcourage gegen menschenfeindliche Haltungen öffentlich zur Wehr gesetzt. Sein Engagement habe er "mit seiner Musik, mit seinen Texten und mit seinen Konzerten" an den Tag gelegt. Laudator Udo Dahmen, Direktor der Pop-Akademie Baden-Württemberg, betonte, Peter Maffay habe es nicht dabei belassen, seine Visionen nur in Liedern zu besingen, sondern trete offen für sie ein. Das tue der Sänger insbesondere durch seine Peter Maffay Stiftung für traumatisierte, chronisch kranke, sozial benachteiligte und vernachlässigte Kinder.

Maffay selbst hob auf der Preisverleihung die Bedeutung des demokratischen Gemeinwesens hervor. Der besondere Wert liege darin, dass man keine Angst zu haben brauche, seine Meinung frei zu äußern, sagte der Musiker. Das sei nur in wenigen Gesellschaften der Welt möglich.

Mit der Preisverleihung wurde die bundesweite Woche der Brüderlichkeit eröffnet, die in diesem Jahr unter dem Motto "Angst überwinden - Brücken bauen" steht. In ganz Deutschland gibt es bis zum 18. März Veranstaltungen zu dem Thema. ZDF-Journalistin Gundula Gause, die die Eröffnungsfeier moderierte, sagte, die Woche der Brüderlichkeit wolle Zeichen setzen für Respekt, Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit. Sich für ein Mehr an Miteinander zu engagieren, gehe deutlich über das landläufige Verständnis von "political correctness" hinaus. Gause würdigte auch den am Sonntag gestorbenen Kardinal Karl Lehmann. Der frühere Bischof von Mainz sei ein "Brückenbauer" gewesen, der wesentlich zu einem neuen christlich-jüdischen Dialog beigetragen habe.

Der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit veranstaltet die Woche der Brüderlichkeit seit 1952 jeweils im März. Die Buber-Rosenzweig-Medaille wird traditionell zur Eröffnung verliehen. Mit der undotierten Auszeichnung ehrt der Koordinierungsrat seit 1968 Menschen, Institutionen oder Initiativen, die sich für die Verständigung zwischen Christen und Juden einsetzen. Die Medaille erinnert an die jüdischen Philosophen Martin Buber (1878-1965) und Franz Rosenzweig (1886-1929).

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