Ethik
Menschenrechtler: Vor allem Frauen vom globalen Klimawandel betroffen
Köln (epd). Die Menschenrechtsorganisation Fian sieht durch den weltweiten Klimawandel vor allem die Rechte von Frauen bedroht. Die Folgen der zunehmenden Erderwärmung verstärkten die bestehenden geschlechtlichen Diskriminierungen vor allem von Frauen in den ländlichen Regionen der Entwicklungs- und Schwellenländer, teilte die Organisation in Köln mit. Ihre Menschenrechte auf Nahrung und Wasser seien "massiv bedroht", wie Fian zum Internationalen Frauentag am 8. März erklärte.

Die ländliche Bevölkerung in den Entwicklungs- und Schwellenländern sei extrem abhängig von einer intakten Umwelt und verlässlichen Wetterverhältnissen, hieß es. Kleinbäuerinnen in den Regionen bauten 45 bis 80 Prozent der Nahrungsmittel an und litten daher besonders unter den Folgen des Klimawandels. Darüber hinaus seien laut Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen 80 Prozent der Menschen, die aufgrund des Klimawandels umsiedeln müssen, Frauen. "Der Klimawandel verstärkt bestehende Mehrfachdiskriminierungen", sagte die Fian-Klimareferentin Gertrud Falk.

Laut Falk fehlen in den internationalen Klimaverträgen die Menschen- und Gleichstellungsrechte. "Zwar sind Staaten verpflichtet, Menschen- und Frauenrechte in allen Politikfelder zu achten, zu schützen und zu gewährleisten. Doch weil sie bisher nicht explizit in die Klimaverträge aufgenommen wurden, stellen sie keine Kriterien für Klimaschutz- und Klimaanpassungsprojekte sowie deren Finanzierung dar."

Überdies seien Frauen bislang auch bei den internationalen Klimaverhandlungen unterrepräsentiert. Zwar habe der Anteil von Frauen in den Delegationen der Staaten im Laufe der Jahre zugenommen, aber nie über 40 Prozent gelegen, erläuterte Fian. Der Anteil der Delegationen, die von Frauen geleitet wurden, habe bisher 25 Prozent nicht überschritten. Die Staatengemeinschaft hatte im November vergangenen Jahres reagiert und einen Gender-Aktionsplan zur Klimarahmenkonvention beschlossen.