Kultur
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LWL-Museum richtet Blick auf Bauhaus-Kunst zu Licht und Bewegung
Münster (epd). Zum bevorstehenden 100-jährigen Gründungsjubiläum des Bauhauses beleuchtet das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster in einer Ausstellung den Einfluss der legendären Kunstakademie auf die Avantgarde in den USA. Unter dem Titel "Bauhaus und Amerika. Experimente in Licht und Bewegung" würden insgesamt mehr als 150 Arbeiten aus dem Bereich Malerei, Skulptur, Fotografie und Film gezeigt, teilte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) mit. Dabei richte sich der Blick auf die Entwicklung von Bauhaus-Künstlern wie Josef Albers oder László Moholy-Nagy, die nach der endgültigen Schließung der Kunstschule 1933 durch die Nationalsozialisten in die USA emigrierten.

Als Professoren an wegweisenden Kunstinstitutionen wie dem Black Mountain College in North Carolina oder dem New Bauhaus in Chicago brachten sie vom Bauhaus geprägte Ideen mit und entwickelten sie dort weiter, wie es hieß. Ihr Einfluss habe die internationale Kunst- und Kulturszene nach 1945 revolutioniert und sei bis heute wirksam, erklärten die Kuratoren.

Die bis 10. März angesetzte Ausstellung in Münster konzentriert sich den Angaben nach auf das bisher wenig beachtete Feld von Licht- und Bewegungsexperimenten der Bauhaus-Künstler. In den 1920er Jahren entstanden am Bauhaus Ideen für Licht- und kinetische Kunst, experimentelle Filme sowie abstrakter Tanz, wie es hieß. Der Maler, Bildhauer und Bühnenbildner Oskar Schlemmer etwa thematisierte in seinen Werken die Stellung der menschlichen Figur im Raum und beeinflusste damit US-amerikanische Choreographen, Tänzer und Künstler wie Merce Cunningham und John Cage.

Der in die USA emigrierte Bauhaus-Künstler László Moholy-Nagy gilt demnach als Vorreiter der experimentellen Fotografie. In seinen Fotogrammen schuf er experimentelle Bildräume mit bewegtem Licht und testete immer wieder die Grenzen des Mediums aus, wie die Kuratoren erklärten. An den amerikanischen Schulen beeinflusste er Fotografen wie Harry Callahan, Aaron Siskind oder Nathan Lerner.

In der Ausstellung sind Werke von insgesamt 50 internationalen Künstlerinnen und Künstlern zu sehen, darunter auch zeitgenössische wie die Amerikanerinnen Tauba Auerbach, Daria Martin oder der Kanadier Marcel Dzama. Die Sonderschau ist Teil des Projekts "100 Jahre bauhaus im westen", eine Kooperation des NRW-Kulturministeriums und der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL).