Medien
Lokaljournalistenpreis für Stuttgarter Zeitungen
Bonn (epd). Die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" erhalten den diesjährigen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ausgezeichnet wurden sie für die Investigativrecherche über einen Bandenkrieg zwischen türkischen und kurdischen Rockerclubs, wie die CDU-nahe Stiftung in Bonn mitteilte. Der zweite Preis ging an die "Pforzheimer Zeitung" für die Serie "Verschwiegene Verbrechen". Die mit 6.000 beziehungsweise 3.000 Euro dotierten Preise werden am 27. November in Stuttgart verliehen.

Die Jury würdigte den Beitrag über den Bandenkrieg als "mutige, überragende journalistische Leistung und ein beeindruckendes Beispiel für den Wert der Pressefreiheit". Rafael Binkowski aus der Lokalredaktion Ludwigsburg dringe in eine kriminelle Szene ein, die für Außenstehende kaum zugänglich sei. Über mehrere Monate habe er im Untergrund recherchiert und dann Stück für Stück Strukturen offengelegt. Die beiden Stuttgarter Zeitungen hatten ihre Redaktionen 2015 weitgehend zusammengelegt.

Juryvorsitzende Heike Groll, Mitglied in der Chefredaktion der "Volksstimme", betonte, das Preisgremium habe es in diesem Jahr mit einem "Festival der Recherche" zu tun gehabt. "Unter dem Eindruck der Debatte um die Glaubwürdigkeit von Medien fokussiert man sich offensichtlich stärker auf die journalistische Kernkompetenz schlechthin", sagte sie: "Die Preisträger zeigen, dass dies auch im Lokalen auf außerordentlich hohem Niveau möglich ist."

Weitere Preise in verschiedenen Kategorien erhielten der "Tölzer Kurier", die "Mainpost", die "Kieler Nachrichten", die "Nordwest-Zeitung", der "Nordkurier", der Zeitungsverlag Waiblingen und der Bremer "Weser-Kurier". Die Kategorienpreise werden mit zusammen 10.000 Euro bedacht. Den Sonderpreis für Volontärsprojekte (2.000 Euro) teilen sich die "Allgemeine Zeitung" aus Mainz und die "Badische Zeitung" aus Freiburg. Der Deutsche Lokaljournalistenpreis wird seit 1980 vergeben.