Kultur
Der chinesische Kuenstler Xu Bing praesentiert im Duisburger Lehmbruck Museum seine Installation "Dragonfly Eyes" (Libellen-Augen)
© epd-West / Stefan Arend
Kunstinstallation zeigt Bilder chinesischer Überwachungskameras
Duisburg (epd). Das Duisburger Lehmbruck Museum zeigt ab Sonntag die Installation "Dragonfly Eyes" (Libellen-Augen) des chinesischen Künstlers Xu Bing. Zu sehen ist ein 81 Minuten langer Spielfilm, der ausschließlich aus Sequenzen öffentlicher und privater Überwachungskameras in China zusammenmontiert wurde, wie Museumsdirektorin Söke Dinkla am Freitag erläuterte. An 16 Laptops könnten die Besucher Einblick nehmen in unzählige Videosequenzen der Überwachungskameras. Auf einem großen Bildschirm ist der komplette von Xu Bing fertiggestellte Film zu sehen, der am Sonntag beim Start der bis zum 2. September terminierten Schau seine deutsche Erstausstrahlung erlebt.

"Der Film ist der erste, der gänzlich ohne Kameramann oder Kamerafrau und ohne Schauspieler daherkommt und kein gedrehtes Material enthält", betonte der Künstler im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sicherheitsexperten schätzen, dass in der Volksrepublik China mehr als 100 Millionen Überwachungskameras installiert sind, die fast jede Szene des öffentlichen Lebens aufnehmen.

In "Dragonfly Eyes" sehen die Zuschauer spektakuläre Szenen wie Autounfälle, Straßenkämpfe, Unwetter, aber auch ganz alltägliche Ereignisse wie etwa Einkäufe, Autofahrten, Katastrophen oder Naturschönheiten aus der Perspektive einer Protagonistin, die ihr Äußeres immer wieder operativ verändern lässt. Mit enormem Erfindungsreichtum hat der Künstler mit dem Film reale Begebenheiten aus dem Alltagsleben Chinas zu einer übergeordneten Erzählung formiert.