Kirche
Katholische Jugend fordert Katholikentag ohne AfD
Münster/Düsseldorf (epd). Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) hat die Einladung eines AfD-Vertreters zum diesjährigen Katholikentag in Münster scharf kritisiert. Die Entscheidung der Katholikentagsleitung sei nicht nachvollziehbar und ein "fatales Signal", sagte die BDKJ-Bundesvorsitzenden Lisi Maier in Düsseldorf. Medienberichte und parteiinterne Richtungsentscheidungen zeigten, dass sich die AfD in den vergangenen zwei Jahren klar radikalisiert habe. "Der Katholikentag darf keine Bühne für Rechtspopulistinnen und Rechtspopulisten sein", betonte Maier. In einem veröffentlichten Beschluss fordert der BDKJ-Hauptausschuss die Ausladung des kirchenpolitischen Sprechers der AfD-Bundestagsfraktion, Volker Münz.

Nach Ansicht des katholischen Jugendverbandes sind Christsein und die Mitgliedschaft bei AfD unvereinbar. "Aus unserem christlichen Menschenbild heraus setzen wir uns in den katholischen Jugendverbänden wie viele andere kirchlichen Organisationen für Solidarität und Toleranz ein und sind aktiv für die Integration von Geflüchteten", erklärte deren Vorsitzende Maier. Der BDJK beziehe deutlich Stellung gegen Organisationen und Parteien, die rassistische und nationalistische Positionen vertreten sowie gegen eine pluralistische und vielfältige Gesellschaft reden und handeln. Dem Dachverband gehören 17 katholische Jugendverbände mit rund 660.000 Mitgliedern an.

Der 101. Deutsche Katholikentag findet vom 9. bis zum 13. Mai in Münster statt. Auf dem Programm steht unter anderem ein Podium mit Vertretern aller Parteien im Bundestag, erstmals ist die AfD mit dabei.

Beim Katholikentag vor zwei Jahren waren Gespräche mit Vertretern der rechtskonservativen Partei noch ausgeschlossen worden. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, hatte die diesjährige Einladung damit begründet, dass die AfD nun in den Bundestag gewählt worden sei. So werde es auf der Veranstaltung im Mai um das kirchenpolitische Programm aller vertretenen Parteien gehen. "Die AfD darf keine Gelegenheit bekommen, sich als Märtyrer zu inszenieren", hatte Sternberg erklärt.