Medien
Hayali fordert bessere Ausbildung von Social-Media-Redakteuren
Düsseldorf (epd). Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat eine bessere Ausbildung für Journalisten im Umgang mit Hass und Hetze im Internet gefordert. Um der "Wut im Netz" zu begegnen, müssten auch die Social-Media-Teams in den Redaktionen besser ausgebildet werden, sagte die Journalistin auf einer Diskussionsveranstaltung im Düsseldorfer Landtag. "Das ist eine Verantwortung, der wir nachkommen müssen."

Hayali betonte, der Druck in den Redaktionen sei in Zeiten des Internets und angesichts des Drangs zu immer Schnelligkeit extrem geworden. Dabei passierten Fehler, räumte sie ein.

Der Autor und frühere "Tagesthemen"-Moderator Ulrich Wickert warnte auf der Podiumsdiskussion zugleich vor der Gefahr einer Selbstzensur der Medien, um sogenannten Shitstorms in sozialen Netzwerken aus dem Weg zu gehen. Er empfahl, auf solche Vorfälle gar nicht zu reagieren. Wickert sprach sich für eine breite Medienerziehung nicht nur in den Schulen, sondern auch für Erwachsene aus.

Der Medienwissenschaftler Bernd Blöbaum sieht den Journalismus in Deutschland trotz Herausforderungen durch Fake News und den wachsenden Einfluss sozialer Medien weitgehend gut aufgestellt. In den Redaktionen sei noch nie so viel über den richtigen Kurs diskutiert worden wie derzeit, betonte Blöbaum, der Vizedirektor des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der Universität Münster ist. Zugleich öffneten sich die Redaktionen zunehmend ihrer Leser- oder Zuschauerschaft und erläuterten auch, wie Nachrichten entstehen. Die Medien seien "sehr gut aufgestellt", um die Demokratie in Deutschland zu unterstützen, urteilte der Medienwissenschaftler.