Kultur
"Farbrausch am Kessel"
Hoesch-Museum zeigt Arbeiten von Ruth Baumgarte
Dortmund (epd). Das Dortmunder Hoesch-Museum stellt derzeit etwa 60 Bilder der Malerin Ruth Baumgarte (1923-2013) aus. Gezeigt werden Aquarelle, Zeichnungen und Gemälde, die vor allem in den 1950er und 60er Jahren entstanden, wie die Stadt mitteilte. Thema der bis zum 6. Mai dauernden Ausstellung mit dem Titel "Ruth Baumgarte und das Wirtschaftswunder. Farbrausch am Kessel" ist die industrielle Arbeitswelt.

Baumgarte fertigte den Angaben zufolge ihre Werke direkt vor Ort an. Sie habe nicht nur die Raumdimensionen der Schwerindustrie erfasst, sondern auch technische Details und Arbeitsabläufe, hieß es. In ihren Porträts zeige sie Entbehrungen und Stolz der Arbeiter. Ein Kennzeichen ihrer Arbeiten sei zudem die ausdrucksbetonte, teils expressive Farbigkeit sowie Farbflächen und Formen, die bis ins Abstrakte gehen.

Die in Coburg geborene und in Berlin aufgewachsene Künstlerin kam durch ihren zweiten Ehemann, den Bielefelder Fabrikanten Hans Baumgarte, Anfang der 50er Jahre mit der Stahlindustrie in Berührung. Als eine der wenigen Frauen in der Kunstgeschichte porträtierte sie fortan immer wieder Menschen an ihrem Arbeitsplatz in der Industrie.