Ethik
Fair-Trade-Bewegung fordert mehr Unterstützung für Kleinbauern
Wuppertal, Köln (epd). Faire Handelspraktiken und eine Unterstützung der Kleinbauern sind nach Ansicht der Fair-Trade-Bewegung eine wichtige Voraussetzung für mehr Klimagerechtigkeit. Anlässlich der im polnischen Kattowitz beginnenden UN-Klimakonferenz habe die internationale Fair-Trade-Bewegung deshalb ihre Grundsatzerklärung "Handelsgerechtigkeit - der Schlüssel zur Stärkung der Klimaresistenz von Kleinbäuerinnen und -bauern" veröffentlicht, wie das Wuppertaler Unternehmen Gepa und der Verein Trans-Fair in Köln mitteilten. Darin werden die Teilnehmerstaaten der Klimakonferenz aufgefordert, faire Handelspraktiken als Bedingung für Klimagerechtigkeit anzuerkennen. Dazu gehörten unter anderem transparente Lieferketten, klare Verantwortlichkeiten sowie ein ökologischeres Wirtschaften. Ziel der Verhandlungen im Rahmen der Klimakonferenz müsse "Klimagerechtigkeit im Sinne der Schwächsten" sein.

500 Millionen Kleinbauernfamilien liefern den Angaben zufolge über 80 Prozent der in den Entwicklungsländern konsumierten Nahrungsmittel. Zusammen mit den Landarbeitern seien sie am stärksten von den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels betroffen, hieß es. "Kleinbäuerinnen und -bauern stehen im Kampf gegen den Klimawandel an vorderster Front", sagte der geschäftsführende Vorstandsvorsitzender bei Trans-Fair, Dieter Overath. Sie leisteten einen großen Beitrag zur Verringerung der Armut und zur weltweiten Ernährungssicherheit. Gleichzeitig seien sie dem Klimawandel am stärksten ausgesetzt und besonders von Armut und Hunger bedroht. Die Vorsitzende des Forums Fairer Handel und Leiterin der Grundsatzabteilung des Fair-Handelsunternehmen Gepa, Andrea Fütterer, erklärte, dass kleinbäuerlichen Erzeuger "dringend mehr finanzielle Unterstützung, Fortbildungen und fachkundige Beratung im Kampf gegen den Klimawandel" benötigten.

In Kattowitz beraten Vertreter aus mehr als 190 Staaten über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015. Das Abkommen setzt die Ziele und legt den Fahrplan der Weltgemeinschaft im Kampf gegen die Erderwärmung fest. Die Staaten hatten in Paris vereinbart, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad und wenn möglich sogar auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.