Kirche
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Erstmals "Marie-Kahle-Preis" in Bonn vergeben
Auszeichnung für beispielhafte Flüchtlingsprojekte
Bonn (epd). Die evangelischen Kirchenkreise Bonn und Bad Godesberg-Voreifel haben gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Bonn und Region in Bonn erstmalig den Marie-Kahle-Preis vergeben. Der mit insgesamt 2.100 Euro dotierte Preis zeichnet in drei Kategorien beispielhafte ehrenamtliche Projekte der evangelischen und ökumenischen Flüchtlingshilfe aus. "Hilfe für geflüchtete Menschen bleibt in den nächsten Jahren eine der ganz großen Aufgaben für unsere Gesellschaft", sagte der Bonner Superintendent Eckart Wüster bei der Preisverleihung im Haus der Geschichte.

Erster Preisträger in der Kategorie "Begegnung auf Augenhöhe" ist das Projekt "Internationaler Garten Oedekoven", ein ökumenischen Projekt in Kooperation mit einem Kleingartenverein, in dem Geflüchtete gemeinsam mit Einheimischen einen Garten bewirtschaften. Preisträger in der Kategorie "Innovative Alltagshilfe" ist der ebenfalls ökumenische Arbeitskreis "Asyl und Zuflucht", der in Bonn-Endenich bereits mehr als 75 Umzüge aus Flüchtlingsunterkünften in privaten Wohnraum organisiert hat. In der dritten Kategorie "Religion verbindet" wurden sieben Begegnungscafés in Bonn und der Region ausgezeichnet.

Die Bonner Integrationsbeauftragte Coletta Manemann, die zur fünfköpfigen Auswahljury gehörte, lobte ausdrücklich das breite Engagement der Kirchen in der Flüchtlingshilfe. "Hinter der Unterstützung der Kirchen steht eine klare Haltung" und das mache sie so wichtig als Position gegen Hass und Fremdenfeindlichkeit, betonte sie. Der Superintendent von Bad Godesberg-Voreifel, Mathias Mölleken, unterstrich, dass die Kirchen auch weiterhin den für die Hilfe für geflüchtete Menschen "nötigen langen Atem beitragen" werden.

Insgesamt hatten sich den Angaben zufolge mehr als 30 Projekte für den Preis beworben. Er ist benannt nach Marie Kahle, einer Bonner Bürgerin die sich zur Zeit des Nationalsozialismus für Juden eingesetzt hatte und aus Deutschland fliehen musste. Die Auszeichnung soll nach Plänen der Kirchenkreise und der Bonner Diakonie künftig alle zwei Jahre verliehen werden.