Medien
DJV fordert Konsequenzen aus Missbrauchsvorwürfen beim WDR
Köln (epd). Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat den WDR aufgefordert, Fälle von sexueller Belästigung schonungslos aufzuklären und Verantwortliche für ihre Vergehen und mögliche Vertuschungen zur Rechenschaft zu ziehen. Auf dem Gewerkschaftstag des DJV-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen in Köln sagte der Landesvorsitzende Frank Stach, er vermisse eine öffentliche, unmissverständliche Entschuldigung von WDR-Intendant Tom Buhrow bei den betroffenen Frauen.

In einer Erklärung forderte die Journalistengewerkschaft den größten ARD-Sender auf, Strukturen zu schaffen, die eine konsequente Aufklärung, Ahndung und Verhinderung solcher Fälle ermöglichten. Buhrow solle zudem anstehende Personalentscheidungen auf Führungsebene aussetzen, bis sämtliche Vorwürfe geklärt seien.

Der WDR hatte Vorwürfe zurückgewiesen, Führungskräfte hätten in den vergangenen Jahren Hinweise auf sexuelle Belästigung durch zwei Fernsehkorrespondenten nicht ausreichend ernst genommen. In beiden jetzt bekanntgewordenen Fällen seien Vorwürfe und Gerüchte geprüft worden, hätten sich aber zum damaligen Zeitpunkt nicht erhärten lassen. Erst nach neuen Belästigungsvorwürfen wurde ein beschuldigter TV-Korrespondent inzwischen freigestellt.

Am Mittwoch kündigte der Sender ein Maßnahmenpaket für einen besseren Schutz vor sexueller Belästigung an. Betroffene sollen sich künftig an eine externe Ombudsstelle wenden können und aktive Führungskräfte sollen zusätzlich geschult und sensibilisiert werden. Allen Mitarbeitern werde zudem schriftlich mitgeteilt, dass der WDR sexuelle Belästigung nicht dulde und welche konkreten Beschwerdestellen es gebe. Dies gelte auch für Freie, Auszubildende und Aushilfen.