Soziales
Bank für Kirche und Diakonie präsentiert Wachstumszahlen
Genossenschaftliches Kreditinstitut sieht sich für Zukunft gut gerüstet
Dortmund (epd). Trotz Niedrigzinsphase und einer im Umbruch befindlichen Branche kann die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) auch für das zurückliegende Geschäftsjahr gleich in mehreren Bereichen Wachstumszahlen vorweisen. Die Bilanzsumme stieg um 7,3 Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro, wie der Vorstandsvorsitzende der KD-Bank, Ekkehard Thiesler, bei der Generalversammlung in Dortmund vor rund 200 Mitgliedern aus Kirche und Diakonie sagte. Die bilanziellen Einlagen nahmen um 7,9 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zu. Das betreute Anlagevolumen, zu dem neben den Einlagen auch Kundenwertpapiere gehören, stieg um 7,8 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro.

Der Überschuss für das vergangene Geschäftsjahr liegt bei knapp 8,04 Millionen Euro. Daraus wird unter anderem eine Dividende von vier Prozent an die Mitglieder ausgeschüttet.

Die KD-Bank hat zudem im vergangenen Jahr insgesamt 1,7 Milliarden Euro an Krediten vergeben. Das waren fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Davon wurden 250 Millionen Euro im vergangenen Jahr neu ausgegeben. Die Kredite werden vor allem an soziale Einrichtungen von Kirche und Diakonie vergeben, darunter zum Beispiel an 149 Krankenhäuser, 868 soziale Einrichtungen und 406 Altenheim-Unternehmungen.

"Wir stehen in vielerlei Hinsicht für 'anderes Wirtschaften', das sich eben nicht auf das Prinzip der Gewinnmaximierung fokussiert", sagte der Vorstandsvorsitzende Thiesler. Natürlich dürfe man keine Verluste machen, aber: "Der eigene Erfolg darf nicht auf Kosten Dritter oder sogar unserer Kunden erwirtschaftet werden." Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase sei es gelungen, sich den Herausforderungen eines immer komplexer werdenden Finanzmarktes zu stellen, erklärte Thiesler. Die Eigenkapitalquote der KD-Bank sei mit 17 Prozent gut.

Zugleich erinnerte Thiesler daran, dass in diesem Jahr der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte. Raiffeisen sei ein Vorbild für den Geschäftsansatz der KD-Bank. Sein Motto habe gelautet: "Ohne Ethik geht es nicht." Dem evangelischen Christen sei es nie um die Frage gegangen, "ob der Umgang mit Geld verantwortbar ist, sondern vielmehr, wie der Umgang mit Geld ethisch verantwortet werden kann".

Auf der Generalversammlung sprach zudem der frühere Fußballschiedsrichter Markus Merk über Regeln und Moral in Sport und Gesellschaft. Merk empfahl einen offensiven Umgang mit Fehlentscheidungen im Leben: "Immer richtig und gerecht zu entscheiden ist unmöglich, aber der Wille dazu muss in deinem Tun und Handeln jederzeit erkennbar sein."

Merk, der sich auch beim Bau von Kinderdörfern und einem Altenheim in Südindien engagiert, verwies darauf, dass er als Schiedsrichter permanent unter Beobachtung gestanden habe. Er wisse deshalb, was es bedeute, wenn Entscheidungen immer wieder kritisiert und angezweifelt würden. Man müsse bereit sein, mit Fehlentscheidungen zu leben. Gleichwohl sei es ein Privileg im Leben, entscheiden zu dürfen. Im Umgang mit anderen sei die Kommunikation, vor allem das Zuhören, das A und O, sagte der gelernte Zahnarzt.

Die KD-Bank ist eine Genossenschaftsbank und gehört der evangelischen Kirche und Diakonie. Mit rund 4.200 Mitgliedern und einer Bilanzsumme von über fünf Milliarden Euro zählt sie nach eigenen Angaben zu den größten Kirchenbanken Deutschlands. Repräsentanten aus Kirche und Diakonie wirken im Aufsichtsrat und Beirat mit. Die Aufsichtsratsvorsitzende Marlehn Thieme, die auch Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist, wurde einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Zu den Kunden der KD-Bank gehören die EKD mit ihren Landeskirchen, kirchliche Einrichtungen und Stiftungen sowie Freikirchen. Auch Krankenhäuser, Hospize, Pflegedienste, Behindertenwerkstätten oder Kindertagesstätten zählen dazu.