Ethik
Atommüllkonferenz fordert zügige Langfrist-Lösung
Bundesregierung soll Konzept für Lagerung radioaktiver Abfälle vorlegen
Düsseldorf (epd). Atomkraft-Kritiker haben bei der Politik mehr Einsatz für eine Lösung zur längerfristigen Lagerung von hoch radioaktiven Abfällen angemahnt. Angedachte Lager tief unter der Erde seien trotz absehbar auslaufender Genehmigungen für bestehende Zwischenlager immer noch nicht in Sicht, kritisierte die Atommüllkonferenz, ein Zusammenschluss von rund 70 Anti-Atomkraft-Initiativen, in einem in Düsseldorf vorgestellten Positionspapier.

"Das bisher in Deutschland verfolgte Konzept der Zwischenlagerung hoch radioaktiven Mülls, das für 40 Jahre vorgesehen war, ist gescheitert", kritisierte Sprecher Henning Garbers. Auch mit dem ambitioniertesten Zeitplan könne eine längerfristige Lagerung nun nicht mehr beginnen. Die Genehmigungen für die bestehenden Zwischenlager laufen 2034 (Gorleben, Niedersachsen), 2036 (Ahaus, NRW) und 2039 (Lubmin, Mecklenburg-Vorpommern) aus. Auch die Genehmigung jedes einzelnen Lagerbehälters ist auf 40 Jahre begrenzt.

Die Atommüllkonferenz versteht sich als Forum für Betroffene und Akteure von Standorten, an denen Atommüll bereits liegt oder wo dessen Lagerung geplant ist. Nach ihren Angaben lagern aktuell mehr als 1.000 Castor-Behälter in den bestehenden zentralen Zwischenlagern sowie im Zwischenlager des Kernforschungszentrums Jülich und an zwölf Kernkraftwerks-Standorten. Bis zum von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg 2022 kämen noch etwa 900 Behälter dazu.

Angesichts der unklaren Lage bei der längerfristigen Lagerung fordert die Atommüllkonferenz daher einen Sofortstopp aller Atomanlagen, um die Produktion weiteren radioaktiven Abfalls zu vermeiden. Darüber hinaus müsse die Bundesregierung nun "zeitnah" ein tragfähiges Konzept für eine sichere, längerfristige Zwischenlagerung vorlegen. An der Entwicklung eines solchen Konzepts müsse die Öffentlichkeit frühzeitig beteiligt werden. Ein einziges zentrales Zwischenlager sei aber abzulehnen, da Atomtransporte nicht zuletzt angesichts der Terrorgefahren ein großes Sicherheitsrisiko darstellten.