Kirche
Zahlreiche Gemeinden im Erzbistum Berlin rücken zusammen
Generalvikar: Vor fünf Jahren angestoßener Reformprozess auf gutem Weg
Berlin (epd). Das Erzbistum Berlin sieht den vor mehr als fünf Jahren eingeschlagenen Reformprozess auf einem guten Weg. Aus den einstmals 105 eigenständigen Gemeinden seien bislang 35 sogenannte Pastorale Räume der engeren Zusammenarbeit entstanden, teilte das Erzbistum Berlin am Mittwoch mit. Dabei sei der Grad der Kooperation zwischen den Gemeinden sehr unterschiedlich ausgeprägt. Lediglich eine Kirchengemeinde im Erzbistum, Heilige Familie in Berlin-Prenzlauer Berg, verweigert sich bislang einer engeren Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden.

Hintergrund der vom damaligen Erzbischof Rainer Maria Woelki eingeleiteten Reform unter dem Motto "Wo Glauben Raum gewinnt" ist der demografische Wandel und die Unterschiede zwischen Stadt und Land. Das Erzbistum Berlin umfasst neben der Hauptstadt Teile Brandenburgs und Vorpommerns. Von den rund 412.000 Mitgliedern leben rund 80 Prozent in Berlin. Zugleich ist das Erzbistum flächenmäßig das zweitgrößte Bistum in Deutschland.

Als größter Pastoraler Raum im Erzbistum schließen sich zum 1. Januar 2019 in der Hauptstadt fünf selbstständige Pfarreien in Tiergarten und Wedding zu einer einzigen Pfarrei zusammen. Die neue Pfarrei umfasse dann rund 26.000 Mitglieder, sagte der Leiter der Stabsstelle "Wo Glauben Raum gewinnt", Markus Weber. Der kleinste neu gebildete Pastorale Raum sind die Gemeinden in Königs Wusterhausen-Eichwalde mit rund 2.000 Mitgliedern.

Generalvikar Manfred Kollig sagte, die meisten Kirchengemeinden seien im Bemühen um eine engere Zusammenarbeit von der "Findungsphase" in die "Entwicklungsphase" eingetreten. Die zu Beginn bestehenden Ängste vieler Kirchenmitglieder gegen eine Zusammenarbeit mit anderen Kirchengemeinden seien weitgehend ausgeräumt. "Ich glaube, dass der Weg richtig ist", so Kollig.

Die Bildung Pastoraler Räume soll beispielsweise Seelsorger von Verwaltungsaufgaben befreien. Dafür sollen in den enger kooperierenden oder fusionierenden Gemeinden Verwaltungsleiter als Geschäftsführer eingestellt werden. Zudem ist vorgesehen, dass in jedem Pastoralausschuss neben Vertretern der einzelnen Gemeinden auch ein ökumenischer Vertreter, meist der evangelischen Nachbargemeinde, stimmberechtigt ist. Als ein Problem der Zusammenarbeit gilt die Seniorenarbeit, da die Menschen oftmals nicht mehr so mobil sind.

epd ost phi mg