Ethik
Urteilsverkündung im Prozess gegen "Lifeline"-Kapitän geplatzt
Dresden/Valletta (epd). Der Prozess gegen "Lifeline"-Kapitän Claus-Peter Reisch (57) in der maltesischen Hauptstadt Valletta verzögert sich weiter. Zunächst sollte am Freitag (11. Januar) das Urteil verkündet werden. Der Prozesstag sei jedoch auf Antrag des Angeklagten abgesagt worden, teilte die Hilfsorganisation "Lifeline" am Donnerstag in Dresden dem Evangelischen Pressdienst (epd) mit. Grund dafür sei der schlechte Gesundheitszustand der Mutter von Reisch. Der Kapitän wolle sie in dieser Situation persönlich begleiten. Er stammt aus Bayern.

Reisch steht seit 2. Juli in Valletta vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, das von der Dresdner Hilfsorganisation "Mission Lifeline" betriebene Schiff fehlerhaft registriert zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr. Vor Gericht hatte er ausgesagt, dass er bei der Registrierung des Schiffes keinen Fehler erkennen könne.

Die "Lifeline" hatte Anfang Juli mit 234 Flüchtlingen an Bord erst nach tagelanger Irrfahrt im Mittelmeer in Malta anlegen dürfen. Kurz darauf wurde sie beschlagnahmt. Nach Angaben der Hilfsorganisation fuhr das Schiff bei seinen Einsätzen unter niederländischer Flagge. Während die maltesischen Behörden die korrekte Registrierung des Schiffs bezweifeln, kritisierte "Mission Lifeline" wiederholt politische Motive für den Prozess, um das Rettungsschiff am Auslaufen zu hindern.

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