Umwelt
Studie sieht große Zustimmung zu Energiewende
Potsdam (epd). Fast 90 Prozent der Deutschen befürworten einer neuen Studie zufolge die Energiewende. Quer durch alle Bildungs-, Einkommens- und Altersgruppen sowie politischen Präferenzen, auf dem Land und in den Städten liege die Zustimmung in der repräsentativen Umfrage des ersten "Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers" zur Energiewende sehr hoch, teilte das IASS-Inistut für Nachhaltigkeitsforschung am Dienstag in Potsdam mit. Der durchschnittliche Wert lag den Angaben zufolge bei 88 Prozent.

Rund zwei Drittel der Bundesbürger sähen jedoch eine soziale Schieflage, hieß es weiter. Mehr als 65 Prozent seien der Meinung, dass die "kleinen Leute" die Kosten der Energiewende tragen, während Unternehmen und Wohlhabendere eher davon profitieren. Eine breite Mehrheit wünsche sich, dass Vielverbraucher stärker an der Finanzierung der Energiewende beteiligt werden.

Zu dem breiten Konsens für die Energiewende gehöre auch, dass sich drei Viertel der Deutschen nach eigener Aussage selbst daran beteiligen wollen, hieß es weiter. Die Energiewende sei inzwischen über alle Parteigrenzen hinweg als Ziel "fest verankert und positiv besetzt". So befürworteten durchschnittlich mehr als 87 Prozent der Anhänger von CDU/CSU, SPD, FDP, Linken und Grünen sowie 59 Prozent der AfD-Anhänger die Energiewende. Selbst sogenannte Klimaskeptiker, die den menschengemachten Klimawandel infrage stellen, sprächen sich zu 77 Prozent dafür aus.

Fast zwei Drittel der Bevölkerung, 63 Prozent, stimmten zudem einem Ausstieg aus der Kohle zu, hieß es weiter. Das gelte auch mehrheitlich für die vier Bundesländer Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, in denen Braunkohle abgebaut wird.

Zugleich seien 71 Prozent der einkommensschwächeren und 57 Prozent der einkommensstärkeren Haushalte der Überzeugung, dass vor allem die "kleinen Leute" die Kosten tragen, hieß es weiter. Energiepolitische Maßnahmen müssten deshalb stärker auf ihre soziale Verträglichkeit hin überprüft und einkommensschwache Haushalte gezielt unterstützt werden. Erstaunlich sei dabei, dass diejenigen, die sich finanziell eher negativ von der Energiewende betroffen fühlen, sie dennoch befürworten.

Bei den im Bundestag vertretenen Parteien sähen die Deutschen zugleich kaum energiepolitische Kompetenz, hieß es weiter. 23 Prozent seien der Ansicht, dass "keine Partei" die besten Konzepte habe, 20 Prozent sähen die größte energiepolitische Kompetenz bei den Grünen, 15 Prozent bei CDU/CSU, sieben Prozent bei der SPD, drei Prozent bei der Linken, zwei Prozent bei der FDP und nur ein Prozent bei der AfD.

Für die Umfrage wurden den Angaben zufolge im Sommer 2017 unter anderem 7.500 Haushalte nach wissenschaftlichen Kriterien befragt.

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