Soziales
Stadtmissionssprecherin Dreßel wechselt nach Halle
Halle/Nürnberg (epd). Eine Abschiedsfeier an ungewöhnlichem Ort: In der ökumenischen Wärmestube in Nürnberg hat sich die Vorstandssprecherin der Stadtmission Nürnberg und der Diakonie Erlangen, Gudrun Dreßel, am Mittwochabend verabschiedet. Dreßel verlässt Franken und geht zur Diakonie in Mitteldeutschland. Die 46-jährige Erziehungswissenschaftlerin und Soziologin wird ab 1. März als Bereichsleiterin für Soziale Dienste in Halle an der Saale sozialpolitische Aufgaben für den Verband und die Freie Wohlfahrtspflege in Thüringen und Sachsen-Anhalt übernehmen.

Dies sei ein Raum nach dem Geschmack von Dreßel, "die immer die Menschen sieht, die von anderen nicht gesehen werden", sagte der evangelische Erlanger Dekan Peter Huschke bei einer Andacht. Mit ihrem Einsatz ermögliche sie die "Resonanz für Gottes Menschenliebe".

In der Wärmestube finde das ungeschminkte Leben statt, erklärte Dreßel. Sie sei ein Brennglas der Gesellschaft. In ihren zweieinhalb Jahren bei der Stadtmission, sei das Thema Armut wieder in den Fokus gerückt worden. Denn das Wichtigste seien ihr die Klienten, die bei der Stadtmission Hilfe suchten, "auch wenn sie oft keine andere Wahl haben".

Es reize sie, politisch mitzugestalten, sagte Dreßel dem Evangelischen Pressedienst (epd) auf Anfrage: "Ich hoffe, mich einmischen zu können." Sie wolle vor allem die Themen Armut und Pflege in den Blick rücken, erklärte Dreßel. Vor allem die Pflege halte sie "für ein soziales Pulverfass".

Die gebürtige Sächsin Dreßel war im August 2016 aus Apolda in Thüringen, wo sie Leiterin des Carolinenheims war, nach Nürnberg gekommen. Sie hatte das Amt der Vorstandssprecherin der Stadtmission als Nachfolgerin der verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Gabriele Sörgel übernommen. Zur Stadtmission Nürnberg und der Diakonie Erlangen gehören nach eigenen Angaben 67 Einrichtungen und Dienste und elf Tochtergesellschaften mit über 1.700 Mitarbeitenden.

epd ost lbm phi