Umwelt
Sachsens Bauernverband will mehr Unterstützung beim Thema Wolf
Dresden (epd). Der sächsische Landesbauernverband fordert eine unkompliziertere Entschädigung bei Wolfsangriffen auf Herden. Die Landesregierung müsse Bauern auch dann entschädigen, wenn es keinen sicheren Nachweis gebe, dass ein Wolf ein Nutztier getötet habe, sagte Verbandsvorstand Gunther Zschommler der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung" (Mittwoch). Zudem benötigten vor allem kleinere Betriebe Unterstützung, um Herdenschutzzäune anzuschaffen, fügte er hinzu.

Der Verband fordere nicht, es solle keine Wölfe mehr geben und nenne auch keine Obergrenze, wie viele Tiere in Sachsen und Deutschland maximal leben sollten, sagte Zschommler weiter. "Wir denken aber, dass es inzwischen deutlich mehr sind als gut ist", fügte er hinzu. Häufig werde argumentiert, der Wolf sei harmlos und wolle nur spielen, so Zschommler: "Aber ich habe noch von keinem Wolf gehört, der Vegetarier wäre."

Unter Sachsens Landwirten habe sich die Meinung zum Thema "in den letzten Jahren in negativer Richtung gewandelt", betonte Zschommler und sprach sich für eine Jagderlaubnis für Wölfe aus, die sich an der Regelung für Rotwild orientieren könne. Diese Tiere dürften mit Rücksicht auf den Bestand und im Rahmen eines Abschussplans innerhalb eines bestimmten Bereichs gejagt werden. "Verlassen sie die Gebiete, dürfen sie geschossen werden" erklärte Zschommler. Dies könne man beim Wolf ähnlich handhaben.

In Sachsen kommt es immer wieder zu Wolfsrissen, vor allem bei Schafen. Insgesamt leben im Freistaat und Umgebung nach aktuellen Zahlen des Kontaktbüros "Wölfe in Sachsen" mindestens 14 Rudel und vier Paare.

epd ost sue cxm